Politik

Kreml-Chef in Griechenland Putin pilgert ins Kloster

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2010 begab sich Wladimir Putin in die Wildnis - nun will er auf den Heiligen Berg Athos pilgern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Russland und Griechenland wollen ihre Beziehungen ausbauen: Das bekräftigen Wladimir Putin und Alexis Tsipras in Athen. Auch die Ostukraine sowie die Sanktionen gegen Russland sind Teil der Gespräche. Im Anschluss will Putin noch einen Berg bezwingen.

Bei seinem Besuch in Griechenland will der russische Präsident Wladimir Putin an den Feierlichkeiten zum 1000. Jahrestag der russisch-orthodoxen Präsenz auf dem Heiligen Berg Athos teilnehmen. Dazu pilgert er eigens zur autonomen Mönchsrepublik, die als Hochburg des orthodoxen Christentums gilt. Putin werde an einer feierlichen Messe in Karyes, dem Hauptort der Mönchsrepublik, teilnehmen, teilte die griechische Staatspräsidentschaft mit. Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos werde den Kremlchef begleiten, hieß es. An den Feierlichkeiten soll auch der russische Patriarch Kyrill teilnehmen. Anschließend will der Kremlchef das überwiegend von Russen bewohnte Kloster von Agios Panteleimon besuchen.

Zuvor hatten die Regierungen Russlands und Griechenlands eine Reihe von Abkommen in den Bereichen Energie, Transport, Kultur, Landwirtschaft und Forschung sowie Tourismus unterzeichnet, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras bekräftigte nach seinem Treffen mit Putin in Athen, beide Länder würden trotz zahlreicher Schwierigkeiten ihre Kooperation fortsetzen und sie weiter ausbauen.

Putin erklärte seinerseits, russische Unternehmen hätten Interesse am Kauf griechischer Staatsunternehmen. Er nannte griechische Eisenbahnen und den Hafen von Thessaloniki als Beispiele. Nach seinen Worten wollen zudem viele Russen nach Griechenland reisen: "Eine Million Russen werden dieses Jahr (in Griechenland) erwartet", sagte Putin. "Unsere Kooperation ist von strategischer Bedeutung für Griechenland", sagte Tsipras. Griechenland habe zwar tiefe Wurzeln in Europa, im Westen und der Nato, es zögere aber nicht, seine Beziehungen auch im Osten Europas auszubauen.

Krim-Kapitel "geschlossen"

Er habe mit Putin auch über die Lage in der Ukraine, die Zypernfrage und die Situation in Syrien gesprochen, so Tsipras weiter. "Wir unterstützen die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen", sagte er. Außerdem sei die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland ein Thema gewesen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte angesichts der kritischen Haltung einiger EU-Staaten dazu geäußert, dass die Gespräche schwierig werden würden. Eine Entscheidung der EU über die Aufrechterhaltung oder Aufhebung der Sanktionen steht in einem Monat an.

Putin sagte dazu in Athen: "Die Frage der Sanktionen ist nicht unser Problem, wir haben sie nicht auferlegt, wir haben mit Maßnahmen geantwortet. Sobald sie aufgehoben sind, werden wir dies ebenfalls gegenüber unseren Partnern tun." Diskussionen über den Status der von Russland annektierten Krim-Halbinsel schließt der russische Präsident strikt aus. "Was die Krim angeht, so erachten wir dieses Kapitel als für immer geschlossen", sagte Putin. "Russland wird mit niemanden über dieses Thema diskutieren."

Quelle: ntv.de, ali/jug/dpa/AFP/rts

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