Politik

Özdemir im "ntv Frühstart" "Putin setzt auf Eskalation"

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir plädiert für einen klaren Tonfall bei Gesprächen mit dem russischen Präsidenten. Zugleich kritisiert er, dass "viele ein sehr naives Bild" von Wladimir Putin hätten.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir ist optimistisch, dass die Zusammenarbeit der NATO-Staaten nun besser wird, als sie es in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump war. "Die NATO ist zurück und sie lebt", sagte der Bundestagsabgeordnete im "Frühstart" von ntv.

Özdemir machte zugleich deutlich, dass mit Trumps Nachfolger Joe Biden nicht alles sofort besser werde. Vor allem mit Blick auf die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin stehe die NATO vor großen Herausforderungen: "Die Nachbarn in Osteuropa sind sehr besorgt über das, was Putin macht", so Özdemir. "Jetzt geht es darum, dass die NATO deutlich macht, dass sie eine Wertegemeinschaft ist und für Demokratie steht. Da gibt es einiges zu tun."

Die Verantwortung für die schlechten Beziehungen zwischen der NATO und Russland sieht Özdemir beim Kreml. "Putin setzt auf Eskalation und auf Grenzverschiebung. Wir müssen Putin klarmachen: Im 21. Jahrhundert löst man seine Probleme, indem man darüber redet, und nicht, indem man seine Nachbarländer terrorisiert und überfällt - oder gar Terrorismus exportiert, indem man hier Leute liquidiert. All das ist nicht akzeptabel."

Angesprochen auf das für Mittwoch geplante Treffen zwischen Putin und Biden sagte Özdemir, er verbinde damit keine große Hoffnung. Es sei aber dennoch gut, dass das Gespräch stattfinde. Zugleich plädierte er für einen klaren Tonfall Putin gegenüber: "Es ist wichtig, dass wir deutlich machen, dass wir es ernst meinen mit den Werten und mit den Grenzen - zum Beispiel durch den Einsatz von Sanktionen."

Özdemir kritisierte, dass gerade in Deutschland "viele ein sehr naives Bild" von Putin hätten. "Die glauben, wenn man nett ist zu autoritären Herrschern, dann sind die nett zu uns. Das ist aber eine völlig weltfremde Haltung" und lade nur dazu ein, dass Herrscher wie Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan oder der Ungar Viktor Orbán immer wieder einen Schritt weiter gingen.

Quelle: ntv.de, dhe

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.