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US-Luftangriffe stärken Terrormiliz Rebellen laufen zum IS über

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Rebellen feuern in Aleppo auf Assad-treue Milizen.

(Foto: REUTERS)

Zahlreiche syrische Aufständische laufen offenbar zur Terrormiliz IS über. Der Grund: die Luftangriffe der US-geführten Anti-IS-Koalition in Syrien. Die Überläufer fragen sich, warum der Westen erst jetzt eingreift.

Die Luftangriffe der Vereinigten Staaten in Syrien führen offenbar dazu, dass sich mehr Menschen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anschließen. Das berichtet der "Guardian" unter Berufung auf eine Reihe von Interviews, die Reporter mit Kämpfern in Syrien geführt haben.

Demnach wächst die Zahl derer, die von der Freien Syrischen Armee (FSA) und anderen Gruppen zu dem radikalen Islamischen Staat überlaufen. Erst kürzlich hatte auch die FSA-nahe nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte erklärt, sie befürchte, dass "viele der entrechteten arabischen Gruppierungen keine andere Lösung sehen, als sich Isis anzuschließen".

Abu Zeid, Kommandeur einer Brigade der FSA, der einst aus der Truppe Assads geflohen war, sagt dazu: "Alle Menschen hier fragen sich, warum die Amerikaner nie gekommen sind, um sie vor den Maschinengewehren Assads zu beschützen, aber sie sofort kommen, wenn Isis ein Stückchen Land erobert." Er und andere Kämpfer berichteten dem "Guardian" per Telefon oder Skype, dass das Engagement der USA und anderer Staaten in Syrien die Einstellung vieler Rebellen zugunsten des IS verändere.

"Wir haben in den letzten drei Jahren Krieg keine Waffen von den USA bekommen. Erst jetzt, wenn wir den IS bekämpfen, kommen auch die Waffen", sagt Abu Talha. Talha war Kommandeur einer FSA-Brigade in einem Vorort von Damaskus und verlor vor einigen Monaten den Glauben an die Sache der Rebellen-Armee. Er begann zu glauben, die Truppe sei von ausländischen Geheimdiensten unterwandert und zu schwach für den Kampf gegen Assads Truppen. Nun kämpft er für den IS.

Murad, ein Kämpfer einer 600 Mann starken FSA-Brigade in der Nähe von Homs, berichtet, seine Männer hätten gerade erst ein Angebot der US-unterstützten Hazem-Bewegung ausgeschlagen, sich ihnen anzuschließen und moderne Waffen und Verpflegung zu bekommen. "Und das, obwohl wir dringend Waffen und Nahrung brauchen", so Murad. Doch nach den Luftschlägen der USA gegen den IS gebe es keine Option mehr, den IS in irgendeiner Form zu bekämpfen. "Diese (US-geführte) Koalition ist nicht gegen den IS, sondern gegen den ganzen Islam", glaubt Murad.

Quelle: n-tv.de, bdk

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