Politik

"Jedes Abwehrsystem überwinden" Russland schafft neue Atomraketen an

Nimmt ein neues Wettrüsten seinen Lauf? Die USA wollen ihre Militärpräsenz in Osteuropa verstärken - Russland antwortet mit der Ansage, 40 neue Interkontinentalraketen anzuschaffen.

Russland wird sein Atom-Arsenal dieses Jahr nach den Worten von Präsident Wladimir Putin um mehr als 40 Interkontinental-Raketen aufstocken. Das kündigte Putin bei einer Militärmesse im russischen Kubinka an. "Die Nuklearstreitkräfte werden mit 40 Interkontinentalraketen ausgestattet, die in der Lage sind, jedes noch so technisch entwickelte Raketenabwehrsystem zu überwinden", sagte Putin.

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Mit einem möglichen neuen Wettrüsten werden schaurige Erinnerungen an den Kalten Krieg wach. Abgebildet ist der US-Atombombentest "Castle Romeo".

(Foto: National Nuclear Security Administration)

Der stellvertretende russische Verteidigungsminister warf der Nato vor, Russland zu einem neuen Wettrüsten zu zwingen. Dies meldete die russische Nachrichtenagentur RIA.

Am Montag hatte Russland mit massiven Konsequenzen wegen der geplanten Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz in Osteuropa gedroht. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die USA erwägen, schweres Militärgerät in mehrere Länder Osteuropas und des Baltikums zu verlegen. Ziel sei es, Russland von einer Aggression in Europa abzuschrecken.

Nur wenige Staaten der Welt betreiben nachweislich Interkontinentalraketen. Die USA haben 450 Minuteman-Raketen auf drei Basen stationiert. Sie können Atomsprengköpfe mit einer Geschwindigkeit von rund 29.000 Stundenkilometer und über eine Distanz von bis zu 13.000 Kilometer ins Ziel lenken. Das Arsenal der russischen Atomstreitkräfte wird gemeinhin als etwas stärker angesehen.

Quelle: ntv.de, bdk/rts