Politik

Auslieferung "zeitnah" geplant STIKO berät über Altersbeschränkung bei J&J

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Beim Einsatz des J&J-Impfstoffs ist es zu Fällen von seltenen Thrombosen gekommen.

(Foto: REUTERS)

Nach dem grünen Licht der EMA für das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson wartet Deutschland noch auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Dabei ist wohl auch eine mögliche Altersbegrenzung im Gespräch. Derweil steht die erste Lieferung schon in den Startlöchern.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) will am Donnerstag über den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson in Deutschland beraten. Es sei aber noch nicht absehbar, ob es eine Stellungnahme gebe, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, bei dem die STIKO angesiedelt ist. Damit bleibt zunächst weiter offen, ob es für das Vakzin eine Altersbeschränkung wie bei Astrazeneca geben wird.

Bei beiden Impfstoffen war es zu Fällen von seltenen Thrombosen nach der Impfung gekommen, die vor allem bei Frauen unter 60 Jahren auftraten. Astrazeneca darf in Deutschland nur noch bei Menschen ab 60 Jahren uneingeschränkt eingesetzt werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte dem J&J-Impfstoff nach einer Überprüfung wegen der Thrombose-Fälle grünes Licht gegeben. Ihrer Ansicht nach überwiegen die Vorteile die Risiken, auch wenn es eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gibt.

Lieferung an Arztpraxen wohl Anfang Mai

Das Bundesgesundheitsministerium will das Mittel nach der Entscheidung der EMA "zeitnah" an die Länder ausliefern, ab übernächster Woche auch an die Praxen. Ein Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums erklärte, das Land warte die Empfehlung der STIKO zu J&J ab. "Wir werden den Impfstoff so einsetzen, wie die STIKO und basierend auf deren Empfehlung die Gesundheitsministerkonferenz den Einsatz des Impfstoffs empfiehlt beziehungsweise beschließt."

Laut Impflieferplan des Ministeriums sollen in einer ersten Lieferung 232.800 Dosen an die Bundesländer gehen. In der EU war die Auslieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der EMA-Experten abzuwarten. Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten.

Vor einer Woche hatten die USA Impfungen mit dem Mittel von Johnson & Johnson ausgesetzt, nachdem nach etwa sieben Millionen Impfungen mindestens acht Fälle von Thrombosen aufgetreten waren - über das weitere Vorgehen will ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag sprechen. Im Unterschied zu anderen Impfstoffen ist nur eine einzige Dosis nötig.

Quelle: ntv.de, mdi/rts/dpa

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