Politik

Krisenstab in Bayern erweitert Söder baut Kabinett nach Corona-Panne um

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Die Corona-Testpanne hat Bayerns Landeschef Markus Söder viel Häme eingebracht.

(Foto: dpa)

Zweimal bietet die bayerische Gesundheitsministerin Huml infolge der Corona-Testpanne im Freistaat ihren Rücktritt an. Doch Ministerpräsident Söder hält an der Parteifreundin fest, stellt ihr nun aber einen Staatssekretär an die Seite. Dafür muss ein anderes politisches Vorhaben in Bayern ruhen.

Nach der Panne mit tausenden Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern baut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sein Kabinett um: Zur Verbesserung des Krisenmanagements wechselt der bisherige Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek ab heute unbefristet ins Gesundheitsministerium. Der Jurist soll die zuletzt in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (beide CSU) im Kampf gegen das Virus unterstützen, wie es aus Regierungskreisen heißt. Darüber hinaus berichtet der BR, dass der bisherige Chefsprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, ebenfalls ins Gesundheitsministerium wechseln soll. Demnach soll er künftig die Corona-Kommunikation verantworten.

Im Zuge der Pandemie war zwischenzeitlich auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck von der CSU dem Gesundheitsministerium zugeordnet worden. Nachdem die erste Infektionswelle und die Infektionszahlen in Bayern vor Wochen aber zunächst wieder nach unten gingen, war Eck wieder ins Innenministerium zurückgekehrt.

Das Gesundheitsministerium und auch Huml selbst standen wegen einer schweren Panne bei Corona-Tests von Urlaubsheimkehrern massiv unter Druck. Rund 44.000 Menschen, darunter mehr als 900 positiv Getestete, hatten ihre Ergebnisse teils erst mit großer Verzögerung erhalten. Im Nachgang der Panne, die auch Söder selbst viel Kritik, Spott und Häme einbrachte, hatte Huml zweifach ihren Rücktritt angeboten. Doch Söder beließ sie im Amt.

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Mit der Versetzung von Holetschek zieht Söder aber dennoch eine personelle Konsequenz, um das Krisenmanagement im Gesundheitsministerium zu verbessern. Im Gegenzug muss der Regierungschef in Kauf nehmen, dass das Bau- und Verkehrsministerium personell geschwächt wird. Söder hatte hier erst im Februar den Staatssekretärsposten eingerichtet, weil er den bislang oft schleppenden Bau von bezahlbarem Wohnraum in Bayern beschleunigen wollte.

Im Zuge der Umstrukturierung wird zudem der Betrieb der kommunalen Corona-Testzentren künftig vom Innenministerium gesteuert. Darüber hinaus hatte Söder in der vergangenen Woche schon Staatskanzleichef Florian Herrmann von der CSU zum "Corona-Koordinator" ernannt. Der Chef des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, musste seinen Platz räumen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa

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