Politik

Beispiellose Kampagne in 30 Zeitungen weltweit Star-Autoren wenden sich gegen Überwachung

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Der Aufruf ist in Deutschland in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht worden.

(Foto: Nama/nsc)

"Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei" - mit einem Appell an Regierungen und Konzerne weltweit machen 560 internationale Schriftsteller auf das Problem der Überwachung aufmerksam. Sie fordern eine Uno-Konvention der digitalen Rechte.

Nach den großen Internetkonzernen aus den USA fordern jetzt Hunderte Star-Autoren weltweit besseren Datenschutz und weniger Überwachung durch Regierungen und Unternehmen. In einem in Zeitungen und im Internet verbreiteten Aufruf sprechen sich 560 prominente Schriftsteller gegen Massenüberwachung der Zivilbevölkerung aus.

Das "existenzielle Menschenrecht" der Unverletzlichkeit des Individuums gehe über die Körpergrenze hinaus, heißt es in dem Schreiben. Es sei inzwischen aber null und nichtig, weil Staaten und Konzerne die technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung massiv missbrauchten.

Die Unterzeichner fordern, dass die Uno eine verbindliche "Internationale Konvention der digitalen Rechte" verabschiedet. Auch Deutschland und Brasilien hatten eine entsprechende Initiative für eine UN-Konvention gestartet. "Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr", heißt es in dem Schreiben, das auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" veröffentlicht hat.

Autoren folgen dem Beispiel der Internetkonzerne

Der Aufruf sollte weltweit in 30 Zeitungen gedruckt werden. Zu den Unterzeichnern gehören Nobelpreisträger wie Günter Grass, Elfriede Jelinek, Orhan Pamuk und J.M. Coetzee sowie Umberto Eco, Margaret Atwood, Joao Ribeiro, Henning Mankell, Richard Ford und David Grossmann. Im Internet können Bürger den Protestbrief ebenfalls unterschreiben.

Hintergrund der Aktion sind vor allem die Berichte über massenhafte Ausspähung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA. Aber auch Staaten wie China oder Russland stehen in der Kritik, die Internet- und Telekommunikationsdaten ihrer Bürger in großem Umfang abzuschöpfen. Am Montag hatten die amerikanischen Konzerne Google, Facebook, Microsoft, Apple, Twitter, LinkedIn, Yahoo und AOL in einem offenen Brief an US-Präsident Barack Obama und den Kongress in Washington Änderungen der Überwachungspraxis gefordert.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/rts

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