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Studie zur Wohnungsnot Studenten suchen oft vergeblich

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Auch studentische Wohngemeinschaften haben es mittlerweile schwer, geeigneten Wohnraum zu finden.

(Foto: dpa)

Studenten, die eine Wohnung suchen, haben es schwer. Eine Studie hat ergeben, dass der Wohnungsmarkt vor allem in Hochschulstandorten mittlerer Größe immer schwieriger wird. Der Grund: Die Städte kommen nicht hinterher, Neubauten zu schaffen.

Zum Wintersemester hat sich die Lage für Studierende, die eine Wohnung suchen deutlich verschlechtert. In mittlerweile 39 von bundesweit 87 Universitätsstädten mit mehr als 5000 Studenten sei die Wohnungslage für sie angespannt. Das geht aus einer neu veröffentlichten Studie des Immobilienentwicklers GBI hervor. Schwieriger als noch vor einem Jahr sei die Wohnungssuche für Studierende vor allem in renommierten Unistädten mittlerer Größe wie Freiburg, Tübingen, Aachen, Gießen und Marburg geworden. Die Zahl der Hochschulstandorte mit angespanntem Wohnungsmarkt stieg laut Studie innerhalb eines Jahres von 32 auf 39.

Das GBI untersuchte in den Studentenstädten jeweils 23 Faktoren, darunter Miet- und WG-Preise, Leerstandsquoten, Studierendenzahlen oder Attraktivität eines Standorts bei in- und ausländischen Studenten. Am schwierigsten ist die Wohnungssuche demnach in München, es folgen Frankfurt am Main und Hamburg. "Akute Schwierigkeiten" bei der ausreichenden Versorgung von Studierenden mit passendem Wohnraum sehe die GBI in 19 Städten, erklärte der Leiter der Forschungsabteilung, Stefan Brauckmann. 2014 seien es lediglich 13 gewesen.

Städte kommen mit Neubauten nicht hinterher

In einigen Städten sei der dringend erforderliche Neubau von kleineren und damit preisgünstigeren Wohnungen zwar bereits angelaufen. Dennoch reichten die Fortschritte eindeutig nicht, den strukturellen Mangel zu beheben. 

"Gerade weil im Bachelor- und Master-System eine immer größere Ortsflexibilität verlangt wird, ist die Situation problematisch", erklärte Brauckmann. Immer weniger Studierende könnten notfalls bei Eltern und Verwandten unterkommen. Betroffen seien insbesondere auch ausländische Studenten, die häufig nur zu überhöhten Preisen eine Bleibe fänden. 

Außerdem ist sich Brauckmann sicher, dass der Zustrom von Flüchtlingen zu einer Verschärfung auf dem Wohnungsmarkt beitragen wird. Nur Städte, die massiv den Neubau passender Wohnungen ausweiten, könnten dem entgegenwirken.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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