Politik

"Aggression Israels" Syrien kritisiert Rettung von Weißhelmen

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Israel brachte mehrere Mitarbeiter der Weißhelme und ihre Familien in Sicherheit.

(Foto: dpa)

Die Weißhelme retten Menschen aus den Trümmern zerbombter Häuser in Syrien. Die Regierung in Damaskus wirft ihnen dagegen die Zusammenarbeit mit Terroristen vor. Entsprechend kritisch sieht man die Rettung von Weißhelmen durch Israel.

Die syrische Regierung hat die jüngste Rettung Hunderter Mitarbeiter der syrischen Zivilorganisation Weißhelme durch Israel verurteilt. Die Operation enthülle die terroristische Natur der Organisation, sagte ein Sprecher des syrischen Außenministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Es handele sich um eine Aggression Israels, aber auch der Beteiligten USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada und Jordanien gegenüber dem syrischen Volk.

In einer bisher beispiellosen Rettungsaktion waren in der Nacht auf Sonntag etliche Weißhelme und deren Familien mit Hilfe Israels aus dem Südwesten Syriens nach Jordanien in Sicherheit gebracht worden. Die Weißhelme sollen binnen der nächsten drei Monate in westliche Länder umgesiedelt werden.

Deutschland nimmt insgesamt acht Mitarbeiter der Weißhelme und deren Familien als Flüchtlinge auf. Das teilte das Innenministerium mit. Es sei noch unklar, wie viele Familienmitglieder die Helfer der Organisation mit ins Land brächten. Die "Bild"-Zeitung hatte geschrieben, es handele sich um rund 50 Flüchtlinge.

Die syrische Regierung unterstellt den vom Westen unterstützten Weißhelmen seit Jahren, mit Terrororganisationen und Dschihadisten zusammenzuarbeiten. Die Helfer, die eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Jahren mehr als 114.000 Menschen aus den Trümmern des Bürgerkrieges retteten, betonen jedoch ihre Neutralität und wurden für ihre Arbeit 2016 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Sowohl Israel als auch die Weißhelme hatten nach der Rettung geäußert, es habe sich um eine rein humanitäre Aktion gehandelt.

Nach israelischen Angaben wurden die Weißhelme durch das Vorrücken der syrischen Regierungstruppen im Süden des Landes bedroht. Die Evakuierungsaktion fand demnach auf Bitten der USA, Kanadas und europäischer Staaten statt.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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