Politik

Luftunterstützung durch Russland Syrische Offensive mit Iran und Hisbollah

Die Provinz Aleppo wird derzeit von Regierungseinheiten, verschiedenen Rebellengruppen sowie der Extremistenmiliz Islamischer Staat beherrscht. Geht es nach der syrischen Regierung, soll sich das mit einer großangelegten Offensive ändern. Insidern zufolge sind mehrere Parteien dabei mit im Boot.

Die syrische Armee bereitet Insidern zufolge mit Unterstützung des Irans und der Hisbollah-Miliz eine Bodenoffensive in der Region Aleppo vor. Russland solle den Einheiten mit Luftangriffen helfen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sind Tausende iranische Soldaten eingetroffen, um an der Seite von Einheiten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad zu kämpfen. Die Offensive sei eine Ausweitung eines Vorstoßes in der Provinz Hama, die in der vergangenen Woche begann.

Größere Angriffe in der Nähe der türkischen Grenze dürften die Regierung in Ankara weiter verärgern. Das Nato-Mitglied stützt Rebellengruppen im Kampf gegen Assad und hat Russland wegen der Luftangriffe scharf kritisiert. Die Provinz Aleppo wird im Moment von Regierungseinheiten, verschiedenen Rebellengruppen sowie der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) beherrscht.

Irakische Stadt Ramadi vor Rückeroberung  

Die USA haben indes die irakischen Streitkräfte ermutigt, die Stadt Ramadi aus den Händen der Dschihadistenmiliz zu befreien. Irakische Soldaten hätten bereits rund um die Hauptstadt der Provinz Anbar Stellung bezogen, um die "entscheidende Phase" der Offensive zur Rückeroberung der Stadt zu starten, sagte der US-Militärsprecher Steve Warren. Aus Sicht der USA lasse die Lage an der Front nun zu, "in die Stadt vorzurücken".

Der IS hatte Ramadi im Mai erobert und kontrolliert nahezu die gesamte Provinz. Vor gut zehn Tagen starteten die irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung der US-Luftwaffe einen Angriff zur Rückeroberung Ramadis. Durch die Luftangriffe seien hunderte IS-Kämpfer und viel Ausrüstung zerstört worden, sagte Warren. Die irakische Truppen hätten in den vergangenen sieben Tagen 15 Kilometer weit vorrücken können. Dies seien "ermutigende Entwicklungen".

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Landstriche im Irak und im benachbarten Syrien unter seine Kontrolle gebracht. Einheimischen und ausländischen Truppen gelang es bisher nicht, die Extremisten zu besiegen.

Audiobotschaft des IS

Gleichzeitig forderte der IS islamistische Rebellen in Syrien dazu auf, sich der Terrormiliz anzuschließen. In einer Audiobotschaft rief ein IS-Sprecher sie auf, gemeinsam alle Armeen zu vernichten, die die Extremisten bekämpften. Neben dem von den USA geführten Militärbündnis bombardiert auch Russland seit Ende September Stellungen der Terrormiliz in Syrien. In dem Bürgerkriegsland kämpfen neben Islamisten und Dschihadisten auch gemäßigte Rebellen und Regimetruppen.

In der Audiobotschaft zeigte sich der IS gegenüber seinen Gegnern kampfeslustig. Der Islamische Staat erwarte sie auf dem Schlachtfeld, hieß es. Zudem bestätigten die Dschihadisten den Tod ihres zweitwichtigsten Anführers, Hadschi Mutas. Die USA hatten vor knapp zwei Monaten bekanntgegeben, Mutas bei einem Luftschlag im Irak getötet zu haben.

Er galt als wichtiger Stellvertreter von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi und war für den Irak zuständig. Für den IS ist es ein empfindlicher Schlag. Erst am Sonntag hatte das irakische Militär mitgeteilt, den Autokonvoi Al-Bagdadis angegriffen zu haben. Dessen Schicksal ist seitdem allerdings unklar.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts/AFP

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