Politik

Angebliche Verschwörer Teheran meldet Festnahme von CIA-Agenten

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In Teheran gingen am Montag Unterstützer des Regimes auf die Straße. Bilder von den Protesten der Regierungsgegner drangen kaum nach außen.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Die Unruhen im Iran begannen nach Spritpreiserhöhungen. Teheran beschuldigt ausländische Mächte, die Proteste angezettelt zu haben. Jetzt wollen Sicherheitskräfte CIA-Agenten verhaftet haben. Die Vorwürfe sagen viel über die Lage im Land aus.

Der Iran hat nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit den Unruhen gegen Benzinpreiserhöhungen acht Agenten des US-Geheimdienstes CIA festgenommen. Sechs von ihnen wurden während der Unruhen, zwei weitere bei ihrer versuchten Flucht ins Ausland geschnappt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf eine Erklärung des iranischen Geheimdienstes meldete. Die Agenten seien als Reporter getarnt gewesen und hätten den Auftrag gehabt, Informationen zu den Unruhen sowie Fotos und Videos von den Demonstrationen an die CIA weiterzuleiten.

Zur Nationalität der acht Personen ist nichts bekannt. Die Regierung hatte während der Unruhen das Internet weitgehend abgeschaltet, was die Lage sehr unübersichtlich machte. Im Iran hatten Menschen seit dem 15. November tagelang und landesweit gegen die Erhöhung der Benzinpreise und eine Rationierung von Kraftstoff demonstriert. Mit der zeitweisen Internetblockade sorgte der Staat dafür, dass kaum Informationen, Bilder und Videos der Proteste verbreitet werden konnten.

Die Revolutionsgarden (IRGC), eine systemtreue Elitetruppe, hatten die Unruhen am vergangenen Donnerstag - eine Woche nach ihrem Beginn - für beendet erklärt. Auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hatte von einer "gefährlichen Verschwörung" der USA gegen sein Land gesprochen. "Die Feinde haben unter dem Vorwand höherer Benzinpreise ihre Armee ins Feld geschickt", sagte er am Mittwoch im staatlichen Fernsehen. Das Volk und die freiwilligen Truppen der "Basidschs" hätten diese Pläne jedoch "in einer glorreichen Art und Weise" zunichte gemacht, sagte der Ajatollah, der nach der Verfassung das letzte Wort in allen Belangen hat. Die Basidschs sind revolutions- und regimetreue freiwillige Truppen, die zu den iranischen Revolutionsgarden gehören.

Präsident Hassan Ruhani bezichtigte die USA, die Unruhen angezettelt zu haben. "Sie (USA) dachten, dass sie mit solchen Verschwörungen die Menschen wütend machen und letztendlich einen Bürgerkrieg auslösen könnten", sagte er. "Aber die Iraner haben erneut gezeigt, dass sie (...) sich stets gegen solche Verschwörungen zur Wehr setzen werden", erklärte Ruhani.

Bei den Protesten sollen iranische Sicherheitskräfte nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 143 Menschen getötet haben. Die iranischen Behörden hatten nur einmal berichtet, dass bei Demonstrationen am 15. November neun Menschen ums Leben gekommen seien - vier Demonstranten, drei Mitglieder der Revolutionsgarden und zwei Polizisten. Danach wurden die Opferzahlen nicht mehr aktualisiert. Den Angaben zufolge gab es zudem mehr als 1000 Festgenommene - unter ihnen 180 "Rädelsführer", denen die Todesstrafe droht.

Quelle: ntv.de, ino/dpa