Politik

Russland mobilisiert Raketen Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe abgesagt

2015-01-28T165421Z_421649250_GM1EB1T02DV01_RTRMADP_3_UKRAINE-CRISIS-RUSSIA-SHELLING.JPG6551064676257381024.jpg

Soldaten in der Ostukraine: Immer mehr Zivilisten fallen dem Krieg zum Opfer.

(Foto: REUTERS)

Erneut scheitern Gespräche über einen Waffenstillstand in der Ukraine, bevor sie begonnen haben: Ein Krisentreffen in Minsk wird abgesagt. Derweil eskaliert die Gewalt im Osten des Landes immer weiter - und Russland rüstet auf.

Das für diesen Freitag geplante Krisentreffen der Ukraine-Kontaktgruppe kommt nach Informationen der prorussischen Separatisten aus dem Donbass wieder nicht zustande. Die Vertreter aus Kiew hätten eine Teilnahme an den Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk abgesagt, teilte der Separatistenanführer Denis Puschilin mit. Das weißrussische Außenministerium habe mitgeteilt, dass es keine Gespräche geben werde.

Die Vertreter aus den nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk kündigten ihre Abreise aus Minsk an.

Russland will Truppen verstärken

Derweil hat die russische Armee als "Reaktion auf die internationale Lage" eine Verstärkung von Truppen in strategisch wichtigen Regionen des Landes angekündigt. "Damit erfüllen wir die von Präsident Wladimir Putin gestellte Aufgabe, eine militärische Überlegenheit (der Nato) über Russland zu verhindern", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Moskau. Die Streitkräfte würden trotz der Wirtschaftskrise wie geplant aufrüsten.

Schoigu warf dem Westen vor, "moderne Formen der Aggression" gegen Moskau anzuwenden. Russlands Armee sei "allen Mitteln der Propaganda und Desinformation" ausgesetzt. "Wir lernen nun, uns dagegen zu wehren", sagte er. Im Zuge der Verstärkung sollen auch mehr als 50 mit Atomsprengköpfen bestückbare Interkontinentalraketen in Dienst gestellt werden, sagte Generalstabschef Waleri Gerassimow. Andere neue Flugkörper seien in der Lage, den geplanten US-Raketenabwehrschirm zu durchbrechen.

Krieg im Donbass eskaliert

Die Lage in der Ostukraine verschärft sich zunehmend. Die Gewalt bricht vor allem in der Region um Donezk nicht ab, immer mehr Menschen sterben. Die prorussischen Separatisten berichten von massivem Feuer seitens der ukrainischen Regierungstruppen. Im Donezker Stadtteil Opytnoje seien mindestens zwölf Menschen getötet worden, teilten die Aufständischen der Agentur Interfax zufolge mit.

Fünf Menschen seien zudem beim Beschuss eines Oberleitungsbusses in Donezk getötet worden. Die Gesamtzahl der Opfer bei diesen schwersten Gefechten seit Tagen ist unklar. Der Sprecher des ukrainischen Generalstabes, Wladislaw Selesnjow, sagte in Kiew, dass innerhalb von 24 Stunden fünf Soldaten getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden seien.

Quelle: n-tv.de, nsc/fma/dpa

Mehr zum Thema