Politik

Möglicher Weg in Weiße Haus Trump setzt auf Pennsylvania

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Skyline von Philadelphia - eine der ältesten Städte der USA und größte Stadt im Staat Pennsylvania.

(Foto: AP)

Im Schnitt aller Umfragen liegt Donald Trump deutlich hinter Hillary Clinton, doch er gibt den Wahlkampf einfach nicht auf. Trump konzentriert sich auf drei Staaten. Dabei wäre Pennsylvania der Schlüssel zum Sieg.

Die meisten Umfragen sehen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump abgeschlagen hinter seiner Mitbewerberin Hillary Clinton. Und doch gibt Trump nicht auf. "Wir werden gewinnen", sagt er bei seinen vielen Wahlkampfauftritten immer wieder. "Wir werden gewinnen."

Ist das mehr als die übliche Selbsthypnose von Politikern, die keine Chance mehr haben? Die Zahlen sprechen gegen Trump. Die Statistik-Experten des Blogs Fivethirtyeight sagen, dass ein Wahlsieg des Republikaners nicht zu erwarten ist. Bei ihnen liegt die aktuelle Wahrscheinlichkeit für einen Trump-Sieg bei 14 Prozent. Im Schnitt aller Umfragen, den die Seite Realclearpolitics ermittelt, beträgt der Abstand zwischen Clinton und Trump derzeit fünf Prozentpunkte. Die "Washington Post" macht sich geradezu darüber lustig, dass Trumps Wahlkampfsprecherin ernsthaft behauptet, ihr Chef könne noch gewinnen. Warum denkt Trump dann, dass er gewinnen kann?

"Ich glaube, Trump denkt folgendes", sagt der Politologe Paul Sracic von der Youngstown State University in Ohio. Im Nachbarstaat Pennsylvania gebe es, wie in Ohio, viele Wähler aus der Arbeiterklasse. "In Ohio erreicht er diese Wähler. Warum sollte ihm das nicht auch in Pennsylvania gelingen?"

In der letzten Phase des Wahlkampfes tritt Trump nur noch in drei Swing States auf: Ohio, Pennsylvania und Florida. Alle anderen Staaten lässt er links liegen – entweder, weil er sie aufgegeben hat, oder weil er sie ohnehin gewinnen wird. Ohio ist ein Staat, den er holen kann und muss – bislang ist noch kein Republikaner Präsident geworden, ohne die Wahlmänner und -frauen aus Ohio gewonnen zu haben. Hier liegt Trump knapp vorn. In Pennsylvania dagegen führt Clinton mit einem Abstand von mehr als sechs Punkten. In Florida sind es vier Punkte.

"Pennsylvania könnte uns alle überraschen"

Sracic glaubt, dass Trump davon ausgeht, die Mehrheit in Ohio relativ sicher zu haben und Florida schaffen zu können. Pennsylvania würde ihm dann die nötigen Stimmen geben, die er braucht, um die Zahl 270 im Gremium der Wahlmänner und -frauen zu erreichen. "Dann ist er Präsident."

Trump spricht im Wahlkampf davon, dass die Umfragen von "unehrlichen, ekelhaften" Medien gefälscht seien, wie ja das ganze "System" seiner Ansicht nach "manipuliert" ist. Das hält Sracic für abwegig, aber natürlich könnte es sein, dass die Erhebungen nicht stimmen. Vor den Präsidentschaftswahlen 2012 etwa hätten die meisten Meinungsforschungsinstitute einen knappen Ausgang vorhergesagt. Am Ende lag Amtsinhaber Barack Obama deutlich vor dem Republikaner Mitt Romney. "In diesem Wahlkampf gibt es eine Umfrage, die den Demokraten vermutlich zu denken gibt", sagt Sracic. Sie heißt TIPP Tracking und sieht Trump meist um einen oder zwei Punkte vor Clinton. "2012 war es die exakteste Umfrage."

Sracic will damit nicht sagen, dass Trump die Wahl gewinnen wird. Er persönlich sieht die Chancen des New Yorker Milliardärs bei rund 25 Prozent. Aber: "Pennsylvania könnte uns alle noch überraschen. Darauf scheint Trump zu hoffen."

Quelle: ntv.de