Spezialeinheiten verfolgen PKKTürkei schickt Bodentruppen in Nordirak

Nach dem blutigen PKK-Anschlag auf türkische Truppen am Sonntag eskaliert der Konflikt weiter. Türkische Soldaten greifen die Kurden auch im Nordirak an. Während der Regierungschef drastische Worte wählt, spricht das Militär von einem "kurzen Einsatz".
Nach dem Anschlag kurdischer Rebellen auf türkische Sicherheitskräfte am Sonntag hat Ankara Bodentruppen in den Nordirak geschickt. Zwei Bataillone einer Spezialeinheit hätten zwei Rebellengruppen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in dem bergigen Gebiet verfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Ein Militärsprecher sagte, es handele sich um einen "kurzen Einsatz".
Laut Dogan wurden die Bodentruppen aus der Luft von Kampfjets unterstützt. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte zuvor berichtet, bei Luftangriffen auf PKK-Stellungen im Nordirak seien "35 bis 40 Terroristen" getötet worden. Die Regierung bezeichnet die PKK-Kämpfer grundsätzlich als Terroristen. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kündigte an, die PKK solle nun "ausgelöscht" werden.
Die jüngste Eskalation der Gewalt hatte am Sonntag begonnen: PKK-Rebellen verübten im südtürkischen Daglica in der Nähe der irakischen Grenze einen Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi. Nach Militärangaben wurden 16 Soldaten getötet und sechs weitere verletzt. Es war der mit Abstand folgenschwerste PKK-Angriff seit Mai 1993, als 33 Soldaten getötet worden waren.
Seit dem Ende der Waffenruhe zwischen der Regierung und der PKK Ende Juli liefern sich Sicherheitskräfte und Anhänger der Rebellenbewegung täglich Gefechte.