Politik

Angriff des CIA? US-Drohne tötet Al-Kaida-Chef

21158571.jpg

Nasser al-Wahischi

(Foto: picture alliance / dpa)

Die USA haben im Jemen offenbar einen Top-Terroristen durch einen Drohnenangriff getötet. Al-Wahischi war Chef des gefährlichsten Al-Kaida-Ablegers Aqap - der verantwortlich für den Anschlag auf "Charlie Hebdo" gewesen sein soll.

Der Chef des berüchtigten Al-Kaida-Flügels im Jemen, Nasser al-Wahischi, ist einem Medienbericht zufolge bei einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff getötet worden. Das meldete der Sender CNN unter Berufung auf zwei Vertreter des jemenitischen Sicherheitsapparats.

Das Terrornetzwerk Al-Kaida im Jemen hat den Tod seines Chefs Nasser al-Wahischi bestätigt. Al-Wahischi sei bei einem Drohnenangriff zusammen mit zwei weiteren Kämpfern getötet worden, teilte die Extremistenorganisation in einem auf der Online-Plattform Youtube veröffentlichten Video mit. Al-Wahischi galt weltweit als Nummer zwei der Top-Terroristen von Al-Kaida.

Ein US-Regierungsvertreter sagte, Berichte über den Tod des Aqap-Chefs würden geprüft. Ein weiterer US-Regierungsvertreter sagte, das amerikanische Militär sei an keinem Angriff beteiligt gewesen. Es sei unklar, ob womöglich der Geheimdienst CIA einen Angriff ausgeführt habe.

Vertrauter Osama bin Ladens

Vergangene Woche hatte ein jemenitischer Regierungsvertreter gesagt, am vorherigen Dienstag habe eine Drohne in der Nähe von Mukalla, der Hauptstadt von Hadramut, vier Raketen auf drei Al-Kaida-Kämpfer abgeschossen, darunter eine "Führungsfigur". Am Dienstag sagte ein örtlicher Behördenvertreter, Al-Wahischi sei dabei offenbar getötet worden, seine Leiche liege streng bewacht in der Leichenhalle eines Krankenhauses in Mukalla.

Das auf die Auswertung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site teilte nun mit, Mitglieder des Al-Kaida-Zweigs Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) verbreiteten im Internet Botschaften, die Wuhaischis Tod nahelegten. Der bisherige Aqap-Militärchef Kasim al-Rimi habe nun die Führung übernommen.

Der Jemenit al-Wahischi war Ende der 90er Jahre nach Afghanistan gegangen und dort zu einem Vertrauten des damaligen Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden aufgestiegen. Nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan durch eine US-geführte Militärkoalition soll er 2002 in den Iran geflohen sein. Dort wurde er festgenommen und an sein Heimatland ausgeliefert. Er blieb ohne Anklage inhaftiert, bis ihm im Februar 2006 mit 22 anderen Häftlingen die Flucht durch einen Tunnel gelang.

Verantwortlich für Anschläge auf "Charlie Hebdo"

2007 stieg al-Wahischi zum Chef des Al-Kaida-Zweigs in seinem Heimatland auf. Dieser schloss sich im Januar 2009 mit dem saudiarabischen Zweig zur Aqap zusammen. Aqap gilt als einer der gefährlichsten Ableger des Extremistennetzwerks. Washington macht al-Wahischis Organisation für mehrere Terrorpläne gegen die USA verantwortlich, darunter der versuchte Selbstmordanschlag auf ein US-Passagierflugzeug an Weihnachten 2009 in Detroit. Aqap bekannte sich auch zu dem Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo", bei dem im Januar zwölf Menschen getötet worden waren.

Nach der Tötung von bin Laden durch ein US-Sonderkommando im Mai 2011, warnte al-Wuhaischi die USA, dass der Kampf damit nicht beendet sei. "Was nun kommt, ist größer und schlimmer", erklärte er. 2013 wurde al-Wuhaischi zum Stellvertreter des Al-Kaida-Chefs Aiman al-Sawahiri ernannt.

2014 setzten die US-Behörden insgesamt 45 Millionen Dollar (40 Millionen Euro) als Belohnung für die Ergreifung von acht Anführern der Gruppe aus. Allein auf al-Wuhaischi wurde ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt.

Quelle: ntv.de, bdk/rts/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.