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Angriff muss abgebrochen werden US-Jets weichen russischen Flugzeugen aus

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Russische Jets starten von einer syrischen Militärbasis zu neuen Angriffen.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Die USA und ihre Verbündeten sowie Russland fliegen Luftangriffe in Syrien. Koordiniert werden sie offenbar nicht: Nach US-Angaben müssen amerikanische Kampfjets Einsätze abbrechen, um russischen Fliegern auszuweichen.

Bei ihren Luftangriffen in Syrien haben zwei US-Flugzeuge ihren Einsatz abbrechen müssen, weil sie russischen Kampffliegern ausweichen mussten. Dies verlautete aus dem Verteidigungsministerium in Washington. Betroffen gewesen seien zwei F-16-Kampfflugzeuge der US-Armee. Sie hätten ihre Route ändern müssen, um nicht zu nah an russische Flieger zu kommen. "Sie haben ihr vorgesehenes Ziel nicht angreifen können", sagte ein Ministeriumsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Ein Pentagon-Sprecher bestätigte offiziell zunächst nur einen Zwischenfall, bei dem "mindestens ein Flugzeug" der von den USA angeführten internationalen Koalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) umgeleitet worden sei. Damit habe verhindert werden sollen, dass sich das Flugzeug zu sehr einem russischen Kampfflieger nähere.

Russland hatte in der vergangenen Woche mit Luftangriffen in Syrien begonnen, mit denen es die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad unterstützt. Die von den USA angeführte Koalition wiederum greift bereits seit dem vergangenen Jahr in Syrien und auch im Irak Stellungen des IS an. Beide Seiten haben Absprachen bestätigt, die Kollisionen im syrischen Luftraum verhindern sollen.

"Die falsche Strategie"

US-Verteidigungsminister Ashton Carter stellte allerdings klar, dass es keine Zusammenarbeit mit Russland bei den Luftangriffen in Syrien gebe. "Wir haben keiner Kooperation mit Russland zugestimmt", sagte er in Rom. Moskau verfolge in Syrien "die falsche Strategie" und beschieße Ziele, an denen sich keine IS-Kämpfer aufhielten. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium angegeben, US-Vorschläge zu einer Koordinierung der Angriffe zu prüfen.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte derweil, dass mehr als 90 Prozent der bisher von den USA registrierten russischen Luftangriffen in Syrien nicht der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder Terroristen, die mit Al-Kaida verbündet sind, gelten würden.

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(Foto: Christoph Herwartz / n-tv.de)

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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