Politik

Ein Viertel des Truppenmaterials USA verlieren Waffen an Al-Nusra-Kämpfer

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Die Al-Nusra-Front veröffentlicht auf Twitter ein Bild, das sie beim Kampf gegen Assad-Truppen in Aleppo zeigt.

(Foto: AP)

Haben von den USA ausgebildete Kämpfer ihre Waffen der Al-Nusra-Front übergeben? Vor wenigen Tagen dementiert das Verteidigungsministerium die Angaben. Nun muss das Pentagon eingestehen, dass ein Großteil der Ausrüstung doch verloren ist.

Von den USA ausgebildete syrische Kämpfer in der Türkei haben nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums einen Teil ihrer Ausrüstung der radikalislamischen Al-Nusra-Front ausgehändigt. Sechs Armeelaster sowie ein Teil der Munition seien auf diese Weise in die Hände des Al-Kaida-Ablegers gefallen, sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis am Freitag.

Den Pentagon-Angaben zufolge entspricht das rund einem Viertel der Ausrüstung, die der Truppe zur Verfügung gestellt worden sein. Offenbar wollten die als moderat eingestuften Rebellen damit sicherstellen, dass sie ungehindert in ihr Einsatzgebiet kommen, sagte ein Sprecher des für den Einsatz zuständigen Central Command.

Pentagon dementiert den Vorfall

Die Gruppe mit etwa siebzig in der Türkei trainierten Kämpfern war am vergangenen Wochenende in Syrien eingetroffen. Schon kurz darauf gab es auf Twitter Berichte, einige Kämpfer seien zur Al-Nusra-Front übergelaufen oder hätten ihre Ausrüstung an Dschihadisten übergeben. Das Pentagon hatte Berichte zunächst dementiert - musste aber nun einräumen, dass zumindest die Angaben zur Militärausrüstung zutrafen. Zuvor war eine erste Gruppe von 54 Rebellen kurz nach ihrem Eintreffen in Syrien im Juli von Al-Nusra-Kämpfern angegriffen und entführt oder getötet worden.

Die USA fliegen mit internationalen Partnern Luftangriffe gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und dem Irak. Darüber hinaus bilden sie in der Türkei syrische Rebellen für den Kampf gegen den IS aus.

USA finden keine Freiwilligen

Das eine halbe Milliarde teure Programm ist allerdings umstritten: Ursprünglich sah es vor, drei Jahre lang jährlich 5400 Kämpfer in der Türkei auszubilden und nach Syrien zu schicken. Doch es kommt nicht so recht voran, unter anderem, weil es an geeigneten Kandidaten fehlt.

Vor knapp zwei Wochen musste ein für das Programm zuständiger General vor einem Senatsausschuss einräumen, dass nur "vier oder fünf" Kämpfer tatsächlich vor Ort im Einsatz gegen den IS seien. Die US-Regierung denkt nun über eine Reform nach.

Quelle: ntv.de, jgu/AFP