Politik

Weltweite Terrorgefahr USA warnen Reisende

Die US-Regierung sieht ein erhebliches Risiko für Reisende in alle Weltregionen. Das Außenministerium rät daher US-Bürgern, im Ausland größere Menschenansammlungen zu meiden. Potenziell gefährlich seien vor allem heimkehrende IS-Kämpfer.

Wegen einer gestiegenen Terrorgefahr hat die US-Regierung eine allgemeine weltweite Reisewarnung herausgegeben. "Unsere derzeitigen Informationen legen nahe, dass der IS, Al-Kaida, Boko Haram und andere Terrorgruppen weiterhin terroristische Angriffe in mehreren Regionen planen", teilte das Außenministerium in Washington mit. Die Anschläge könnten mit konventionellen und nichtkonventionellen Waffen ausgeführt werden.

Zudem verwies das Ressort von John Kerry auf die Gefahr durch Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). "Die Wahrscheinlichkeit terroristischer Angriffe wird fortbestehen, da IS-Mitglieder aus Syrien und dem Irak zurückkehren", hieß es in der Mitteilung weiter. Das State Department in Washington warnte auch vor Angriffen "einsamer Wölfe", also von Attentätern, die keiner Organisation zuzurechnen sind, sich aber durch die Anschläge extremistischer Gruppierungen angestachelt fühlen.

Das Ministerium riet Amerikanern, in der Öffentlichkeit und besonders in Verkehrsmitteln wachsam zu sein. Größere Menschenansammlungen sollten vermieden werden, außerdem sollten sich Reisende gut über die Lage vor Ort informieren. Das Ministerium verwies darauf, dass es im vergangenen Jahr mehrere Terrorangriffe in Frankreich, Nigeria, Dänemark, der Türkei und in Mali gab.

Die Hinweise sind bis zum 24. Februar 2016 gültig. Mit der Veröffentlichung ruft das Außenministeriums allerdings nicht grundsätzlich zum Verzicht auf Reisen in bestimmte Regionen auf. Vielmehr handelt es sich um einen sogenannten "Travel Alert", der vor allgemeinen Gefahren warnt. Im Falle länger anhaltender Krisen wie etwa bei Bürgerkriegen oder häufigen Anschlägen können die USA auch sogenannte "Travel Warnings" aussprechen, die auf die besonderen Risiken hinweisen.

Das US-Außenministerium gibt häufig Reisewarnungen für einzelne Länder heraus. Eine Warnung für alle Weltregionen hingegen ist selten.

Terror-App in New York

Die Behörden im US-Bundesstaat New York enwickelten indes eine Smartphone-App, mit der die Bevölkerung verdächtige Aktivitäten möglicher Extremisten melden kann. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo stellte die kostenlose App mit dem Namen "See something, send something" ("Etwas beobachten, etwas senden") vor. Augenzeugen könnten den Sicherheitsbehörden mit dem Programm Fotos oder eine Textnachricht mit Hinweisen übermitteln.

Nach den islamistischen Anschlägen von Paris mit 130 Toten wurden auch in den USA die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Außerdem entschied das US-Repräsentantenhaus, die Sicherheitsüberprüfungen für einreisende Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak drastisch zu verschärfen.

Quelle: n-tv.de, ghö/rts/AFP

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