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10.000 Soldaten sichern Frankreich Valls: Terroristen hatten Komplizen

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Chérif und Said Kouachi - hatten die beiden Attentäter einen Komplizen? Die französische Regierung geht davon aus.

(Foto: AP)

Die Kouachi-Brüder und Amely Coulibaly sind tot, doch "es gibt ohne Zweifel einen Komplizen", wie der französische Premierminister Valls sagt. Nach den Anschlägen von vergangener Woche kündigt er eine härtere Gangart bei der Jagd auf Terroristen an.

Die französische Polizei sucht nach den Anschlägen der vergangenen Woche nach Unterstützern der islamistischen Terroristen. Es gebe "ohne Zweifel einen Komplizen", sagte Premierminister Manuel Valls dem französischen Sender BFMTV. "Die Jagd geht weiter"; mehr wolle er dazu nicht sagen. Die Freundin des Geiselnehmers Amely Coulibaly, Hayat Boumeddiene, ist weiter auf der Flucht. Aus der Türkei hieß es zuletzt, sie sei in Syrien.

Valls kündigte neue Schritte im Kampf gegen den Terrorismus an. Zunächst sollten Möglichkeiten für Abhörmaßnahmen verbessert werden. Islamistische Häftlinge sollten in Gefängnissen isoliert werden. Zwei der Terroristen, die vergangene Woche bei Anschlägen und Geiselnahmen 17 Menschen getötet hatten, waren in ihrer Haftzeit in Kontakt. Die Sicherheitslage sieht der Regierungschef in Frankreich unverändert. Deswegen bleibe die höchste Terrorwarnstufe in Kraft.

Wegen der islamistischen Bedrohung in Frankreich kommen ab Dienstagabend 10.000 Soldaten zum Einsatz. Sie würden an den "anfälligen Punkten" des Landes zur Sicherung eingesetzt, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian in Paris. Er verwies auf das "Ausmaß der Bedrohung".

5000 Polizisten im Einsatz

Fast 5000 Polizisten schützen zudem ab sofort die jüdischen Einrichtungen in Frankreich. Innenminister Bernard Cazeneuve gab die Abordnung von 4700 Polizisten und Gendarmen für die 717 jüdischen Einrichtungen des Landes wie Schulen und Synagogen bekannt. Zudem würden Soldaten zur Verstärkung geschickt. Der Minister sprach in Montrouge vor den Eltern einer jüdischen Schule, die in der Nähe des Anschlagsortes liegt, an dem Coulibaly am Donnerstag eine Polizistin erschoss. Viele Juden fühlen sich nicht mehr sicher und wandern nach Israel aus.

Für Dienstag kündigte Valls eine Trauerfeier für die bei den Anschlägen getöteten Polizisten an. Noch in dieser Woche solle zudem eine Zeremonie im Gedenken an alle Opfer stattfinden. Ebenfalls am Dienstag sollen die vier jüdischen Opfer der Geiselnahme im koscheren Supermarkt in Israel beigesetzt werden.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP

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