Politik

Ukraine schon seit Monaten umflogen Viele Fluglinien vorsichtiger als Lufthansa

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Auf der Live-Karte von "Flightradar24" ist gut zu sehen, wie Flugzeuge das Krisengebiet umfliegen.

(Foto: Flightradar24)

Obwohl der Luftraum über der Ostukraine offiziell als sicher galt, mieden schon vor dem Abschuss von MH17 viele Fluggesellschaften das Gebiet. Andere ziehen erst nach der Katastrophe Konsequenzen – auch die Lufthansa.

Schon Monate vor dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine haben andere Fluggesellschaften das Gebiet aus Sicherheitsgründen weiträumig umflogen. Die koreanischen Airlines Korean Air und Asiana sowie die australische Fluglinie Qantas leiteten ihre Flüge nach eigenen Angaben bereits nach der Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland im März um. Asiana-Maschinen seien aus "Sicherheitsgründen" nicht mehr über die Ukraine geflogen, sagte eine Sprecherin.

Korean Air verlegte seine Flugroute über der Ukraine "wegen der politischen Unruhen in der Region" um 250 Kilometer nach Süden, wie ein Vertreter der Fluglinie sagte. Eine Qantas-Sprecherin gab an, ursprünglich seien Qantas-Flugzeuge auf der Verbindung von London nach Dubai über die Ukraine geflogen. Die Route sei aber schon "vor einigen Monaten" geändert worden. Andere Fluglinien wie Japan Airlines und All Nippon Airways oder Garuda aus Indonesien sagten, sie seien ohnehin nie über die Ukraine geflogen.

Malaysias Regierungschef Najib Razak hatte nach dem Absturz betont, die Flugroute von Malaysia Airlines MH17 sei von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) vorab für sicher erklärt worden. Der Luftraum sei nicht gesperrt gewesen. Das Gleiche steht in einer Pressemitteilung von Malaysia Air.

Auch andere Fluglinien betrachteten den Luftraum über der Ostukraine bis zum Abschuss von MH17 für ungefährlich. "Flightradar24" twitterte, als MH17 vom Radar verschwand, seien eine Maschine der Singapore Airlines und ein Flugzeug von Air India nur rund 25 Kilometer vom Abschussort entfernt gewesen. Die Lufthansa teilte ebenfalls erst nach dem Unglück mit, sie habe "entschieden, von sofort an den ukrainischen Luftraum weiträumig zu umfliegen".

Auch die Bundeswehr durchfliegt bis auf Weiteres nicht mehr den ukrainischen Luftraum, teilte das Einsatzführungskommando mit. Der Flug eines Bundeswehr-Airbus von Köln nach Termes in Usbekistan wurde deshalb verschoben. Nun werden alternative Flugrouten geprüft und geplant.

Frankreich, Großbritannien und die US-Luftfahrtbehörde FAA forderten Fluggesellschaften nach dem Absturz dazu auf, den Luftraum über der Ukraine zu meiden.

Quelle: n-tv.de, kwe/AFP

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