Politik

Lesben und Schwule in der Union Vogt fordert Öffnung der Ehe

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Jubel in Irland - Warten in Deutschland.

(Foto: AP)

Die Lesben und Schwulen in der Union fordern nach dem Referendum in Irland eine Öffnung der Ehe für Homosexuelle auch in Deutschland. Ihr Vorsitzender Vogt räumt allerdings ein: "Die Union ist noch nicht so weit."

Nach der Gleichstellung der Homo-Ehe in Irland sieht der Vorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Alexander Vogt, CDU und CSU am Zug. "Dass das in Irland so gut geklappt hat, hat uns alle überrascht und ich muss ganz ehrlich sagen, nicht nur gefreut, sondern auch geärgert", sagte Vogt bei n-tv. "Dass meine eigene Partei es nicht schafft, über diese Schwelle zu springen, das ist schon ärgerlich, weil der Großteil der Bevölkerung längst so weit ist."

Die LSU ist als Gruppe von CDU und CSU offiziell anerkannt. Die Gleichstellung der Homo-Ehe lehnt die Union weiterhin ab. CDU-Vize Thomas Strobl verwies in der "Frankfurter Rundschau" auf den Koalitionsvertrag und sagte: "Wir sollten uns an unsere Verabredungen halten."

Dagegen argumentierte Vogt, es habe schon vor zwei Jahren Umfragen gegeben, die selbst unter Unionswählern auf eine Zweidrittel-Mehr für die Gleichstellung hingedeutet hätten. "Wir wollen doch die Fortschrittspartei sein - ich denke, das Thema muss beherzt aufgegriffen werden. Es geht hier um mindestens fünf Prozent aller Bundesbürger, denen man die gleichen Rechte verwehrt. Es ist an der Zeit."

Die Erleichterungen für eingetragene Partnerschaften, die das Kabinett an diesem Mittwoch beschließen will, reichen dem LSU-Vorsitzenden nicht. Dabei gehe es um 23 Änderungen, im Gesetz gebe es aber rund 140 Ungleichheiten. "Man hätte das mit einem Federstrich machen können, indem man die Ehe öffnet, aber die Union ist leider noch nicht so weit."

Quelle: ntv.de, hvo