Politik

"Die wollen nur deutsches Geld" Vucic kritisiert Balkan-Flüchtlinge

roma serbien.jpg

Viele Asylbewerber vom Balkan in Deutschland sind Roma. Sie wohnen oft - wie diese Familie - in provisorischen Siedlungen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Das sind keine Asylbewerber", sagt der serbische Ministerpräsident Vucic und meint die Einwanderer vom Balkan, die derzeit die deutsche Politik beschäftigen. Er fordert mehr Aufmerksamkeit für die Region, die wieder vor einem "großen Krieg" stehe.

Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat die Europäische Union und besonders Deutschland zu mehr Engagement auf dem Balkan aufgefordert. Die Region brauche "mehr Aufmerksamkeit", weil dort ein großer Krieg begonnen habe, sagte Vucic der "Süddeutschen Zeitung". Der proeuropäische Politiker warnte vor immer wieder aufflammenden Feindseligkeiten und mahnte die Volksgruppen auf dem Balkan, die "Geisteshaltung zu ändern und sich nicht ständig als Opfer zu stilisieren".

vucic.jpg

Aleksandar Vucic

(Foto: picture alliance / dpa)

Der serbische Ministerpräsident war vor zwei Wochen bei der Gedenkfeier zum 20. Jahrestags des Massakers von Srebrenica mit Steinen beworfen worden. Vucic sagte, diese Situation sei nicht angenehm gewesen, aber er habe sich vor den Opfern verbeugen wollen. "Die Serben verstehen, dass die Menschen in Bosnien immens gelitten haben", sagte der einstige Nationalist, der sich heute für Verständigung einsetzt. Die Probleme dürften nicht bei jedem Jahrestag wieder aufflammen, mahnte Vucic. Die Bezeichnung Völkermord für die Massaker lehnt er aber ab.

Deutsche Gelder seien für Asylbewerber attraktiv

Die Serben in der bosnischen Teilrepublik Republika Srpska warnte Vucic vor der Abhaltung eines für September geplanten Referendums, das die Abspaltung der serbischen Zone zur Folge haben könnte. Serbien unterstütze diese Politik nicht, sagte Vucic. Er plädiert für eine langsame Annäherung seines Landes an das Kosovo, warnt aber davor, die Serben etwa durch die Forderung nach Anerkennung der Unabhängigkeit der früheren Teilrepublik zu überfordern. "Wir tun unser Bestes, um die Situation mit den Kosovaren zu entspannen", versicherte Vucic.

Zu den serbischen Asylbewerbern in Deutschland sagte Vucic: "Das sind ja keine Asylbewerber. Die wollen nur deutsches Geld." Serbien tue sein Bestes, um den Lebensstandard zu verbessern, doch brauche es dafür die Unterstützung Deutschlands. Besondere Sorge würden die Lebensumstände der Roma bereiten, die vor allem nach Deutschland kommen. Vucic verwies darauf, dass die finanzielle Unterstützung für Asylbewerber in der Bundesrepublik für viele Serben attraktiv sei. Der Durchschnittslohn in Serbien liegt bei 380 Euro pro Monat.

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP

Mehr zum Thema