Politik

Schulz auf Linkskurs? Wagenknecht würde mit SPD regieren

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Die Links-Partei steht im Stern-RTL-Wahltrend derzeit bei 8 Prozent.

(Foto: imago/Eibner)

Martin Schulz beschert der SPD ein Umfragehoch, und plötzlich ist eine rot-rot-grüne Koalition wieder denkbar. Aus Sicht von Linken-Fraktionschefin Wagenknecht steht dem grundsätzlich nichts im Wege. Wichtig ist ihr dabei vor allem eins.

Linksfraktionschefin Sarah Wagenknecht zeigt sich offen für eine Koalition mit der SPD. "Wenn die SPD ernsthaft eine sozialere Politik verfolgen will, wird es an uns garantiert nicht scheitern", sagte Wagenknecht dem "Spiegel". Der designierte Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten, Martin Schulz, hatte zuvor der Agenda 2010 in ihrer heutigen Form eine Absage erteilt. Wagenknecht erklärte, wenn eine Wiederherstellung des Sozialstaats und eine friedliche Außenpolitik erreichbar seien, beteilige sich die Linke gern an einer Regierung. "Dann halte ich eine Mitte-Links-Koalition für möglich."

Viele Menschen wünschten sich einen Wechsel, sagte die Linken-Spitzenkandidatin. "Martin Schulz ist zur Projektionsfläche von Hoffnungen geworden. Ob er seine sozialen Versprechen einlöst, wird aber nicht zuletzt davon abhängen, wie stark die Linke wird." Von Schulz will Wagenknecht wissen, welche Koalition er anstrebt. Außerdem forderte sie ihn auf, konkretere Vorschläge für mehr soziale Gerechtigkeit zu machen. Vieles sei noch zu vage gewesen, sagte sie in dem Interview.

Auch bei der Union sieht man die SPD sich mit Schulz nach links bewegen. "Mit jeder Aussage des Kandidaten wird deutlicher, dass er die SPD klar nach links schieben will - in Richtung Linkspartei", warnte Unionsfraktionschef Volker Kauder.

Die Umfragewerte der SPD sind mit Martin Schulz stark gestiegen. Im Stern-RTL-Wahltrend kamen die Sozialdemokraten auf 31 Prozent der Wählerstimmen, die Union erreichte 34 Prozent. Für eine Rot-Rot-Grüne Koalition würde das aber nicht reichen. Im ARD-"Deutschlandtrend" überholte die SPD die Union sogar und lag mit 32 Prozent um einen Prozentpunkt vorne.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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