Politik

Wahlpanne in Österreich Wahlbeteiligung von 147 Prozent ärgert FPÖ

146,9 Prozent, Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich.JPG

Auf der Internetseite des österreichischen Innenministeriums ist die fehlerhafte Wahlbeteiligung nach wie vor zu sehen. (Quelle: Screenshot BMI)

(Foto: Quelle( Screenshoot, BMI))

Denkbar knapp verliert der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ die Bundespräsidentenwahl in Österreich. Weil es im Rahmen der Wahl zu mehr als einer Panne kommt, vermuten einige Anhänger Betrug. Neue Nahrung liefert eine sagenhafte Wahlbeteiligung.

In Österreich sorgt eine neue Wahlpanne im Rahmen der Bundespräsidentenwahl für Aufregung bei den sieglosen Rechtspopulisten der FPÖ. In der niederösterreichischen Gemeinde Waidhofen an der Ybbs betrug die Wahlbeteiligung 146,9 Prozent oder anders formuliert: Obwohl in Waidhofen nur gut 9.000 Wahlberechtigte leben, haben nach Angaben des österreichischen Innenministeriums mehr als 13.000 Menschen ihre Stimme abgegeben.

Bei der Panne soll es sich um einen Eingabefehler handeln. Anstatt die Stimmen der Urnen- und der Briefwähler zu addieren, ist demnach zweimal das Urnenergebnis erfasst worden. In einer offiziellen Stellungnahme von Wahlleiter Robert Stein heißt es:

"Die Landeswahlbehörde für das Land Niederösterreich hat (…) für die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs auf elektronischem Weg als Sofortmeldung bedauerlicher Weise ein zunächst (…) korrekt weitergegebenes Wahlkartenergebnis fehlerhaft übermittelt. Der Fehler konnte inzwischen aufgeklärt werden. Die Bezirkswahlbehörde hat nicht 7.160 zur Briefwahl verwendete Wahlkarten, sondern lediglich 1.058 Wahlkarten in die Ergebnisermittlung miteinbezogen."

Auf das Ergebnis der Wahl hat der Fehler demnach keine Auswirkungen. Er soll nach Aussage von Stein im ORF bis zur nächsten Woche "eingefroren" so in den Datensätzen bleiben. Auf einer Sitzung der Wahlbehörde am 1. Juni werde die Panne diskutiert und ordnungsgemäß berichtigt. Online ist die fehlerhafte Wahlbeteiligung für Waidhofen an der Ybbs also nach wie vor zu sehen.

Einigen Anhängern der rechtspopulistischen FPÖ, deren Kandidat Norbert Hofer die Bundespräsidentenwahl denkbar knapp verloren hatte, liefert die Panne Anlass für Verschwörungstheorien. Unter anderem auch deswegen, weil sie nicht die erste war: Am Sonntag hatte das österreichische Innenministerium bereits eine Testseite mit den Wahlergebnissen veröffentlicht, die allerdings alte Zahlen enthielt.

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache rief die Anhänger auf seiner Facebook-Seite auf, auf ihren Ton zu achten. Gleichzeitig versprach er, alle Hinweise auf Unregelmäßigkeiten prüfen zu lassen.

Quelle: ntv.de, chr