Politik

Das Rennen ist eröffnet Wer wird der nächste US-Präsident?

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Das Weiße Haus in Washington D.C.: Ende 2016 entscheidet sich, wer hier einzieht.

(Foto: REUTERS)

Wer die USA regieren möchte, sollte sich bald in Stellung bringen. Spenden-Partys und Vorwahlen nehmen viel Zeit in Anspruch, gewählt wird am 8. November 2016. Einige Namen werden schon jetzt immer wieder genannt.

Es hatten noch nicht alle Wähler ihre Stimme abgegeben, da spekulierte die "New York Times" über die nächsten Präsidentschaftswahlen. "Hat jemand '2016' gesagt?", fragt die größte Zeitung der USA. 2016 braucht das Land ein neues Staatsoberhaupt, Barack Obama darf nicht noch einmal antreten, da er dann schon zwei Amtszeiten abgeleistet haben wird. Für seine Partei, die Demokraten, kommt das gut gelegen: Obama hätte wohl keine großen Chancen gegen einen guten Kandidaten der Republikaner.

Diese Politiker könnten der nächste "Potus" werden, der nächste "President of the United States":

Demokraten

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(Foto: REUTERS)

Bei den Demokraten steht Hillary Clinton ganz oben auf der Liste. Sie war First Lady, als ihr Mann Bill von 1993 bis 2001 das Weiße Haus führte, sie kennt das System Washington wie wenige andere. 2008 wurde sie unter Barack Obama Außenministerin und erarbeitete sich einen tadellosen Ruf. Eigentlich hatte sie selbst Präsidentin werden wollen, scheiterte aber in den Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten küren. Seit einiger Zeit kokettiert sie mit ihren vermeintlichen Ambitionen für 2016. Ob sie wirklich kandidiert, hänge weniger von ihren Chancen bei den Vorwahlen ab, schreibt die "New York Times". Die Chancen hat sie. Wichtiger sei die Frage, ob sie ein weiteres Mal ein öffentliches Leben führen möchte.

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(Foto: Reuters)

Andere Frauen zu finden, die eine Chance auf das Amt hätten, ist schwer. Ein Name, der immer wieder fällt, ist Elizabeth Warren. Die Juristin und Senatorin von Massachusetts gehört zu Obamas engsten Beraterinnen in Sachen Finanzmärkte und Verbraucherschutz. Im Wahlkampf war sie im Gegensatz zu ihrem Chef sehr gefragt. Auch nach Ambitionen auf das Weiße Haus wird sie regelmäßig gefragt, bislang wiegelt sie ab.

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(Foto: REUTERS)

Ansonsten sieht es eher dünn aus bei den Demokraten. Der Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, könnte noch gute Chancen haben. Er beherrscht das Spenden-Sammeln, was im US-Wahlkampf eine große Rolle spielt. 2008 unterstützte er Hillary Clinton. Dass er nun gegen sie antritt, ist also eher unwahrscheinlich.

Ein Parteiloser

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(Foto: imago stock&people)

Senator Bernd Sanders steht zwar den Demokraten nahe, hat aber kein Parteibuch. Wenn er das Rennen macht, wäre er der erste Präsident seit über 150 Jahren, der zu keiner der beiden großen Parteien gehört. Er betont den sozialen Ausgleich, würde also vor allem den linken Flügel der Demokraten ansprechen.

Republikaner

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(Foto: imago stock&people)

Bei den Republikanern könnte Jeb Bush die besten Chancen haben. Er habe aber keine Lust, in eine Vorwahl einzusteigen, die er verlieren könnte, schreibt die "New York Times". Er war bis 2007 Gouverneur von Florida und hat seitdem kein hohes politisches Amt mehr inne. Sein Vater und sein Bruder waren bereits US-Präsidenten. Das wäre für ihn wohl eher ein Nachteil als ein Vorteil. Außerdem könnten ihn viele Republikaner für zu liberal halten.

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(Foto: imago/UPI Photo)

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums innerhalb der Republikaner steht Ted Cruz, Senator aus Texas. Tea Party und Christlich-Konservative unterstützen ihn, weil er sich offen gegen die Mitte und Führung seiner Partei stellt. Das verschafft ihm viel Raum in den Medien, könnte ihm aber im Wege stehen, wenn es darum geht, eine Mehrheit der Partei hinter sich zu vereinen.

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(Foto: imago/UPI Photo)

Einer, der die Flügel zusammenführen könnte, ist Marco Rubio, Senator aus Florida. Er brach mit der Tea Party und rutschte in die Mitte der Partei. Das Problem der gemäßigten Kandidaten ist stets, dass sie weniger Spenden bekommen als ihre Konkurrenten von den Rändern. Für Rubio gäbe es einen weiteren Grund, nicht zu kandidieren: Denn 2016 müsste er sich auch als Senator wieder zur Wahl stellen – oder eben zugunsten der Chance auf das Präsidentenamt auf den recht sicheren Sitz im Senat verzichten.

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(Foto: imago/Future Image)

Chris Christie wird wohl nur kandidieren, wenn Jeb Bush zur Seite tritt. Die Machtbasis des Gouverneurs von New Jersey überschneidet sich zu sehr mit der von Bush. Zwar gilt Christie als begabter Politiker, schaden könnte ihm aber zum Beispiel, dass die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit seines Bundesstaats nun wesentlich schlechter bewerten als zu Beginn seiner Amtszeit.

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(Foto: imago/UPI Photo)

Der Senator aus Kentucky Rand Paul kommt der Tea Party mit vielen seiner Positionen entgegen. Die Frage ist, ob er außerhalb dieser Bewegung genug Spenden sammeln kann. Er kann wie wenige Republikaner von sich sagen, den Irak-Krieg von George W. Bush von vornherein abgelehnt zu haben.

Quelle: ntv.de