Politik

RAP, EFP und NRF Wie die Nato Russland reizt

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(Foto: imago/ZUMA Press)

Das mächtigste Militärbündnis der Welt lässt in Reaktion auf die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin die Muskeln spielen. Was ist der Stand der Dinge beim Nato-Gipfel 2016 in Warschau? Ein kleines Wörterbuch mit den wichtigsten Abkürzungen.

RAP: Diese drei Buchstaben stehen bei der Nato nicht für Sprechgesang, sondern für den Plan, mit dem das Militärbündnis 2014 auf Russlands Unterstützung für Separatisten in der Ukraine reagierte. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht nicht ohne Stolz von der "umfassendsten Stärkung der kollektiven Verteidigung seit dem Ende des Kalten Krieges".

EFP: Was klingt wie die Abkürzung für eine Partei, ist das Kürzel für die jüngste und vielleicht weitestgehende Aufrüstungsinitiative seit dem Ende des Kalten Krieges. Die Nato will multinationale Kampftruppen mit insgesamt 4000 Soldaten nach Polen, Estland, Litauen und Lettland verlegen. Dem Plan hat die Nato den harmlos klingenden Namen "Enhanced Forward Presence" gegeben. Deutsche Militärs übersetzen das mit "Verstärkte Vorne-Präsenz".

VJTF: Die Abkürzung steht für "Very High Readiness Joint Task Force". Die "superschnelle Eingreiftruppe" ist Kern des neuen Nato-Abschreckungskonzepts. Sie besteht aus rund 5000 Soldaten, die innerhalb weniger Tage verlegt werden können – beispielsweise in die baltischen Staaten, die sich besonders von Russland bedroht fühlen. Deutschland übernahm beim Aufbau die Führungsrolle. In diesem Jahr stellt Spanien den Kern der Truppe.

NRF: Die Nato Response Force ist die "alte" Krisenreaktionstruppe des Bündnisses. Sie wird derzeit auf rund 40.000 Soldaten vergrößert. Mindestens 15.000 von ihnen werden den Plänen zufolge innerhalb von sechs Wochen weltweit verlegbar sein. Die superschnelle Eingreiftruppe VJTF ist dabei mit eingerechnet.

NFIU: Hinter diesem Buchstabenkürzel versteckt sich der Aufbau von sechs neuen Nato-Stützpunkten in den östlichen Bündnisländern Estland, Lettland, Litauen sowie Polen, Rumänien und Bulgarien. Die Standorte sollen als Logistik- und Koordinierungszentren für die superschnelle Eingreiftruppe dienen. NFIU steht für "NATO Force Integration Unit", etwa: Nato-Truppen-Integrationseinheit.

BMD: Kaum ein Projekt ist Russland so sehr ein Dorn im Auge wie die neue ballistische Raketenabwehr der Nato in Osteuropa, die "Ballistic Missile Defence". Präsident Putin nimmt es dem Bündnis nicht ab, dass sie nicht gegen sein Land gerichtet ist. "Wenn eine Seite beim Aufbau einer Raketenabwehr erfolgreicher ist als die andere, verschafft sie sich einen Vorteil", sagte er jüngst. Beim Gipfel in Warschau will die Nato verkünden, dass erste Bereiche der BMD einsatzbereit sind.

Quelle: n-tv.de, hvo/dpa