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Coffee-to-go-Becher im Test 7 von 12 Bambusbechern sind mangelhaft

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Gut gemeint, aber oft schlecht gemacht: der Bambusbecher.

(Foto: imago images / Westend61)

Dass der Kaffee zum Mitnehmen besser nicht im Pappbecher mit Plastikdeckel getrunken werden sollte, hat sich herumgesprochen - der Umwelt zuliebe. Zur Mehrwegalternative aus Bambus sollte aber auch nicht gegriffen werden - sich selbst zuliebe. Denn die ist oft voll mit Schadstoffen, wie Warentest feststellt.

In Bewegung zu bleiben ist ja eine gute Sache. Zudem hat man nicht immer die benötigte Zeit, um beispielsweise gemütlich mit Freunden in einem Café zu sitzen und zu plaudern. Kompensiert wird dieser Mangel mit To-go-Kaffee und Smartphone. Schade eigentlich. Vor allem, da sich überraschenderweise herausgestellt hat, dass der übliche Pappbecher inklusive Plastikdeckel Mist ist. Aber immerhin ist der Mensch auch findig und in der Lage, seinen Lifestyle anzupassen. Und so wird vermehrt zu vermeintlich umweltfreundlicheren Bambusbechern gegriffen, um die Flut aus Plastikmüll einzudämmen.

Was allerdings keine gute Idee ist, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat. Denn bei einer aktuellen Untersuchung wurden 7 von 12 Bambusbechern hinsichtlich der Schadstoffbelastung als "mangelhaft" bewertet. Nutzer der portablen Trinkgefäße sind zwar der Meinung, sie schonen mit einem reinen Naturprodukt die Umwelt und tun auch sich somit etwas Gutes, doch dem ist meist nicht so. Denn in den Behältern lässt sich neben zermahlenen Bambusfasern auch Melaminharz nachweisen, ein Kunststoff, der als Bindemittel genutzt wird und sich aus den Schadstoffen Formaldehyd und Melamin zusammensetzt.

7 Becher geben zu viele Schadstoffe ab

Ist der Kunststoff ordentlich verarbeitet und werden bestimmte Bedingungen beim Gebrauch einge­halten, etwa Temperaturen unter 70 Grad Celsius, gehen auch nur geringe Schadstoffmengen in ­­­Lebens­mittel über. Ist dem nicht so, tut sich Nutzer mit den Bambusbechern keinen Gefallen. Denn Melamin steht im Verdacht, Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem zu verursachen. Formaldehyd kann Haut, Atemwege oder Augen reizen sowie beim Einatmen Krebs im Nasen-Rachenraum verursachen.

In der Untersuchung gaben insgesamt 7 Produkten zu viele Schadstoffe ab. Konsequenterweise wurden die Becher von Aldi Nord, Escoffee Cup, der "Premium Cup Bamboo to go" von der Grafik Werkstatt, der Ikea "Mugg" und der La Vida "Anti Stress" mit "mangelhaft" bewertet. Die gleiche Beurteilung bekamen auch die Produkte "Bamboo Travel Mug" von Rex London und der "Crusing Travel Mug" von Zuperzozial. Hier wurde allerdings auch die Deklaration für nicht ausreichend befunden.   

Bei der Schadstoffanalyse wurden bereits nach der dritten Befüllung mit einem Heißgetränk in 4 der 12 Becher sehr hohe Gehalte von Melamin in der Flüssigkeit, in 3 weiteren nach der siebten Befüllung festgestellt. Hier waren die Werte teilweise sogar noch höher als nach der dritten Befüllung. Auch Formaldehyd wurde derart festgestellt - teils hohen Mengen. Zudem gelangen die Schadstoffe auch nach längerer Nutzung noch in die Getränke. 

Nicht recycelbar

Außerdem sollten die Bambusbecher nicht in der Mikrowelle erwärmt werden. Denn bei hohen Temperaturen zersetzt sich das Bechermaterial und die Oberfläche wird zerstört. Entsprechend mehr Melamin und Form­aldehyd gelangen ins Getränk. Deswegen ist der Warnhin­weis vor Benut­zung der Mikrowelle so wichtig. Dieser fehlt am "Zuperzozial"-Becher komplett.

Des Weiteren kritisierten die Tester eine irreführende Bewerbung einiger Bambusbecher als umweltfreundliche Alternative. So wird beispielsweise das Produkt "Morgenheld" (Deklaration "mangelhaft", Schadstoffe "gut") ­als biologisch abbaubar bezeichnet. Pandoo (Deklaration "ausreichend", Schadstoffe "gut") schreibt auf der Verpackung: "Bambus ist ein natürlicher Rohstoff, der keinen nicht abbaubaren Abfall verursacht." Für reinen Bambus ist dies zwar zutreffend, der dick­wandige kunstoffhaltige­­ Becher wird aber auch nach Jahren nicht auf dem Kompost verrottet sein.

Grundsätzlich gestaltet sich das Recycling bei den Produkten schwierig, da sich der Bambus-Kunststoff-Mix nicht wieder in seine Komponenten aufteilen lässt. Hier bleibt dann nur die Müllbeseitigung via Verbrennen.

Aber immerhin, ein Bambusbecher überstand den Test ohne Auffälligkeiten. Beim Chicmic "Bamboo Cup" müssen Nutzer weder Schadstoffe fürchten ("gut") noch eine unzutreffende Deklaration ("befriedigend").

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Quelle: n-tv.de, awi

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