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Von wegen gesund Acht Hustentees sind "ungenügend"

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Hustentee sollte - wenn überhaupt - unter Vorbehalt genossen werden.

(Foto: imago/Panthermedia)

Quält der Husten oder kratzt der Hals, sollen Husten- und Bronchialtees helfen. Laut Werbeversprechen wirken die schleimlösend und reizlindernd. Doch tun sie das? Öko-Test kann keine ausreichenden Belege für die Wirksamkeit entdecken, findet stattdessen aber Pestizide und Pflanzengifte.

Derzeit haben Erkältungsviren Hochkonjunktur - allerorten quält ein Husten die Menschen oder kratzt der Hals. Zeit also, um entsprechenden Malaisen den Kampf anzusagen. Bei den ersten Symptomen einer Erkrankung greifen Betroffene reflexartig zu Husten- und Bronchialtees.

Was sie vielleicht besser sein lassen sollten, wie die neuste Untersuchung von Öko-Test zum Thema nahelegt. Hierfür wurden 18 Husten- und Bronchialtees im Labor auf bedenkliche Substanzen analysiert und ein Gutachter gebeten, die Studienlage zu sichten. Mit zum Teil niederschmetternden Ergebnissen. 11 Produkte fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch, von deren Verzehr raten die Tester denn auch ab. 

Keine Wirkung, stattdessen Pestizide und Pflanzengifte

Aus Sicht des Gutachters, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Pharmazeut an der Universität Frankfurt, ergibt sich aus der veröffentlichten wissenschaftlichen Studienlage kein ausreichender Beleg zur Wirksamkeit von Teearzneimitteln. Egal, ob in ihnen Blüten, Wurzeln, Blätter von Spitzwegerich, Süßholzwurzel, Thymian, Bitterer Fenchel, Lindenblüten, Anis, Eibisch, Primel oder Isländisch Moos enthalten sind.  Vor diesem Hintergrund ist von einer Behandlung von Husten und Bronchialbeschwerden mit Tees nicht allzu viel zu erwarten.

Aber immerhin bleibt das angenehme Aroma und der wärmende Effekt einer heißen Tasse Erkältungstee, oder? Ja, aber in vielen der untersuchten Tees stecken gesundheitsbelastende Pestizide und Pflanzengifte. Erstere konnten in 14 der getesteten Produkte nachgewiesen werden. In einem Tee lag der analysierte Rückstand für ein Pestizid über der gesetzlichen Höchstmenge. Zwei weitere sind mit Glyphosat belastet. Dieses Pestizid wird von Öko-Test als besonders bedenklich eingestuft. In drei Gesundheitstees fand das beauftragte Labor das Antimückenmittel DEET. Dies kann zu Haut- und Schleimhautreizungen oder­­ allergischen Reaktionen führen.

Ganze acht Tees "ungenügend"

Natürliche Pflanzengifte geraten über Unkräuter, welche diese bilden, um Fressfeinde abzuwehren, unbeabsichtigt in die Mischungen. Hiervon sind sieben Produkte betroffen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert von Herstellern, die Belastung von Lebensmitteln mit Pflanzengiften so weit wie möglich zu senken, etwa durch mehr Sorgfalt bei Anbau und Ernte. Schließlich können die Stoffe die Leber schädigen und gelten zudem auch noch als erbgutschädigend und krebsauslösend.     

Mit "ungenügend" bedacht wurden wegen der zum Teil oben angeführten Mängel insgesamt acht Tees. Unter anderem der "Altapharma Husten- und Bronchial Tee", der "H&S Arzneitee Nr. 8 Husten- und Bronchialtee N", der "Klenk Husten- und Bronchialtee", der "Kneipp HustenBronchial Tee" und der "Salus Kräutertee Nr. 8 Bronchial-Tee". 

Insgesamt wurde bei der Untersuchung kein Tee besser als "ausreichend" bewertet. 

Quelle: n-tv.de, awi

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