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Zigaretten-Schockbilder Auch Nichtraucher sollen sich ekeln

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Gesundheitliche Schäden durch Zigaretten. Im Regal gut sichtbar, müssen Automaten nicht damit schocken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kindersärge und abgefaulte Zehen - seit 2016 warnen Schockbilder auf Zigarettenschachteln Raucher vor den Folgen des Qualmens. Eine Nichtraucherinitiative stört sich daran, dass die Bilder nicht auch auf Verkaufsautomaten im Supermarkt zu sehen sind. Ein Gericht ist gefragt.

Seit dem 20. Mai 2016 müssen Zigarettenschachteln laut EU-Tabakverordnung mit großen Warnhinweisen und abschreckenden Bildern versehen werden. Automaten oder Glasleisten des Zigarettenregals in Verkaufsstellen sind bisher nicht von der Plakatierungspflicht mit den abschreckenden Bildern betroffen. Letztere werden auch gerne mit Blenden und Banderolen verdeckt. Was nicht jedem gefällt.

So möchte eine bayerische Nichtraucherinitiative im zweiten Anlauf vor Gericht durchsetzen, dass künftig sämtliche Kunden beim Einkauf im Supermarkt die Ekelbilder auf Zigarettenschachteln betrachten müssen. Der Verein Pro Rauchfrei will zwei Münchner Edeka-Geschäften mit seiner Klage verbieten lassen, die Fotos von Krebsgeschwüren, faulen Zähnen und schwarzen Lungen zu verdecken. Die Schockbilder sind dann im Regal nicht mehr zu sehen.

In der ersten Instanz vor dem Münchner Landgericht hatte die Initiative allerdings verloren, am heutigen Donnerstag verhandelt nun in der zweiten Instanz das Oberlandesgericht (OLG) in der bayerischen Landeshauptstadt über die Klage.

Die EU-Tabakrichtlinie schreibt vor, dass auf Zigarettenpackungen große abschreckende Fotos gezeigt werden müssen. Zusammen mit Warnungen wie "Rauchen ist tödlich" müssen diese Bilder mindestens zwei Drittel der Fläche auf den Vorder- und Rückseiten der Packungen einnehmen. In vielen Supermärkten sind die Fotos im Verkaufsautomaten aber verdeckt. Erst wenn der Kunde zugreift, sieht er die Schockbilder. Das Landgericht hatte in der ersten Instanz geurteilt, dass das Verdecken der Bilder im Verkaufsautomaten erlaubt ist, da die Produktpräsentation in den Automaten nicht Teil der Verkaufsverpackung ist.  Verboten wäre demnach nur, wenn die Bilder von Krebsgeschwüren und verfaulten Zähnen auf den Zigarettenschachteln abgeklebt würden.

Laut Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums sind ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland Raucher - dabei rauchen Männer (30 Prozent) deutlich häufiger als Frauen (20 Prozent).

Quelle: ntv.de, awi/dpa