Ratgeber

Anzeige Auf dem Balkon grillen, ohne gegrillt zu werden

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(Foto: imago/Westend61)

Zischende Kohlenstücke und leckerer Grillgeruch: Mit dem Frühling lockt auch wieder die Aussicht auf schöne Grillabende. Doch kann man auch auf dem Balkon einer Mietswohnung entspannt beisammen sitzen? Was sagt der Vermieter? Und welche Grills kitzeln nicht unnötig Nachbars Nase?

Nicht jeder ist mit einem Haus und einem Riesengarten gesegnet, in dem er tun und lassen kann, was er will. Die meisten von uns wohnen eben doch zur Miete und haben somit hier und da mit Einschränkungen zu rechnen. Grillen auf dem Balkon einer Mietwohnung kann auch dazugehören. Mitunter fühlen sich die Nachbarn belästigt, da steht die eigene Grillleidenschaft schnell dem Groll anderer Hausbewohner gegenüber - in diesen Fällen geht’s buchstäblich um die Wurst. Diese Dinge sind zu beachten, um das Barbecue sorgenfrei genießen zu können:

Mietvertrag

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(Foto: imago/Ina Peek)

Ein grundsätzliches Grillverbot gibt es in Deutschland nicht, genauso wenig wie eine ausdrückliche Erlaubnis. Die fehlende Regelung führt dazu, dass der Vermieter entscheidet, ob er das Grillen erlaubt oder verbietet. So sollten vor allem die Mieter die Grillzange fallen lassen, die eine Verbotsklausel in ihrem Mietvertrag haben. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Abmahnung und bei Wiederholung sogar eine fristlose Kündigung.

Statt eines generellen Verbots können aber auch Einschränkungen im Mietvertrag festgelegt werden, die etwa einen Holzkohlegrill verbieten, die Erlaubnis auf eine bestimmte Anzahl von Grillabenden pro Jahr beschränken oder das rechtzeitige Informieren der Nachbarn voraussetzen.

Nachbarschaft

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(Foto: imago/Westend61)

Keine Klausel, kein Verbot? Nicht ganz. Denn selbst, wenn der Punkt nicht im Mietvertrag auftaucht, gilt es grundsätzlich, Nachbarn von störenden Beeinträchtigungen wie Rauchbelästigung zu schützen. Demnach kann das Grillen auch verboten werden, wenn Rauch, Ruß oder Qualm in die Nachbarswohnungen zieht und sich damit die Wohnbedingungen verschlechtern. Im schlimmsten Fall kann dies als Ordnungswidrigkeit nach dem Immissionsschutzgesetz eingestuft werden, für die sogar eine Geldbuße verhängt wird. Dafür muss die Qualm-Entwicklung aber schon sehr stark sein. Besteht kein ausdrückliches Grillverbot und hält sich auch die Rauchentwicklung in Grenzen, heißt es: Gegenseitige Toleranz ist gefragt. Denn solange keine wesentlichen Beeinträchtigungen entstehen, muss das Grillen geduldet werden. Schließlich ist der bloße Essensgeruch, wie er auch in der Küche entstehen kann, kein Beschwerdegrund. Förderlich ist auch, sich mit den Nachbarn gutstellen, sie bei größeren Grillpartys vorzuwarnen und die Nachtruhe einzuhalten.

Grillabende ohne Rauch

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(Foto: imago/Westend61)

Besonders gute Chancen, öfter mal ein Steak auf den Grill werfen zu können, gibt es dann, wenn auf Holzkohle verzichtet wird und der Nachbar so nicht mehr eingeräuchert wird. Da der Holzkohlegrill für die stärkste Rauchentwicklung sorgt, ist ein Ausweichen auf eine Alternativlösung der einfachste Weg zum häufigen Grillvergnügen. Wenig Qualm machen zum Beispiel Elektro-, Gas- oder Kontaktgrills. Dagegen können treue Fans des Holzkohlegrills (solange nicht verboten) entweder auf spezielle rauchfreie Modelle setzten oder zumindest einige Tipps beachten, um den Rauch zu minimieren.

Alternativen zum herkömmlichen Holzkohlegrill

Wer sich viel Rauch um nichts und den ganzen Stress von Anfang an ersparen will, ist mit einer qualmarmen Variante auf der sicheren Seite. Insbesondere Elektro- oder Kontaktgrills, die selbst in Innenräumen genutzt werden können, ermöglichen schöne und rauchfreie Barbecue-Abende auf dem Balkon. Dabei haben sie sogar noch weitere Vorteile. Einfach in der Handhabung und viel schneller aufgeheizt als ein Holzkohlegrill sind sie perfekt für spontane Grillmeister. Auch macht es die regulierbare Temperatur einfach, unterschiedliche Gerichte zuzubereiten. Darüber hinaus sind sie aufgrund der geringen Rauchentwicklung weniger gesundheitsschädlich und obendrein schon für einen kleinen Preis zu haben – je nach Ausführung.

Ein Novum: der rauchfreie Holzkohlegrill

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(Foto: imago/Panthermedia)

Mit Holzkohle und ohne Qualm? Das geht auch, versprechen Hersteller sogenannter rauchfreier Holzkohlegrills. Diese optimierte Variante des qualmenden Originals ist durch ihre Bauweise speziell darauf ausgelegt, keinen Qualm beim Grillen entstehen zu lassen. Sie kommt mit nur sehr wenig Kohle aus und funktioniert, indem diese über einen eingebauten elektrischen Ventilator belüftet wird. Einsparen lässt sich aber nicht nur die Kohle, sondern auch Zeit, denn der rauchfreie Holzkohlegrill ist besonders schnell. Der Nachteil: Er fällt eher klein aus und ist für etwa vier Personen ausgelegt. Das große Barbecue-Fest fällt damit aus. Und auch wenn dieser Grill bereits für einen kleinen Preis zu haben ist: Teurere Varianten um die 100-120 Euro haben in der Regel bessere Bewertungen.

Tipps für weniger Rauch mit herkömmlichem Holzkohlegrill

Wer seiner Liebe zur Holzkohle und zum typisch rauchigen Geschmack frönen und auch bei der Größe des Grills keine Abstriche machen will, für den bleibt nur der Holzkohlegrill. Doch auch wenn dieser per Mietvertrag erlaubt ist, ist man im Sinne einer guten Nachbarschaft gut beraten, einige Tipps zu beachten. So kann die Rauchentwicklung minimiert werden, wenn auf Brandbeschleuniger oder chemische Grillanzünder verzichtet wird. Kohle und Grillanzünder sollten dabei immer trocken ein. Auch die Qualität der Holzkohle oder der Grillbriketts spielt eine wichtige Rolle: das DINplus-Siegel auf der Verpackung ist dabei Indikator für überdurchschnittliche Qualität. Empfehlenswert sind Grillbriketts: auch wenn sie schwieriger entzündbar sind, hinterlassen sie weniger Asche. Beim Grillvorgang selbst gilt: längeres Grillen bei niedriger Temperatur und indirekter Hitze sorgt schließlich für weniger Rauch. Vom Ablöschen des Grills mit Bier oder anderen Flüssigkeiten wird grundsätzlich abgeraten. Das Verwenden von Alu-Schalen für Grillgut und Gemüse verhindert außerdem, dass Fett und Marinade auf die Glut tropft, wodurch Rauchentwicklung entsteht. Auch der Rost sollte nach jeder Benutzung gründlich gereinigt werden, weil Essensreste am ehesten verbrennen.

Quelle: n-tv.de