Ratgeber

Neu für Hausbesitzer Ausweispflicht kommt

Was bei Waschmaschinen oder Kühlschränken längst üblich ist, wird ab dem 1. Juli 2008 stufenweise auch für alle Gebäude Pflicht: Der Energieausweis, der Auskunft über die Energieeffizienz des Hauses gibt. Damit sollen potentielle Mieter und Käufer zukünftig auf einen Blick erkennen, welche Energie ein Haus verbraucht und welche Kosten damit auf sie zukommen. Angesichts der steigenden Ölpreise werden diese Nebenkosten immer wichtiger, meint Lale Salur von der Energieagentur Nordhrein-Westfalen. "Der Energiepass hilft Immobilienbesitzern einzuschätzen, auf welchem Stand ihr Gebäude ist."

Dabei können sie zwischen zwei Arten von Energieausweis wählen: dem Bedarfsorientierten und dem Verbrauchsorientierten. Letzterer beruht allein auf den Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre. Beim bedarfsorientierten Pass werden alle Informationen über den Zustand des Gebäudes bei einer Vor-Ort-Begehung ermittelt. "Dabei wird die Qualität der Fenster, des Daches und der Heizungsanlage beurteilt", erklärt Lale Salur. Daraus wird ein Energiebedarfskennwert errechnet. Das ist natürlich aussagekräftiger als die reine Verbrauchsanalyse. "Bei der Bedarfsberechnung werden auch die Schwachstellen offengelegt, das eignet sich vor allem für Hausbesitzer, die über eine Sanierung nachdenken. Auf den ersten Blick mag der Energieausweis etwas kryptisch wirken. Wie liest man ihn also? Wichtig ist vor allem die Energieskala. Zwischen dem roten und dem grünen Ende wird der Endenergiebedarf abgebildet - je grüner desto besser.

Wer ist betroffen?

Nicht jeder Eigenheimbesitzer ist von der Regelung betroffen: Vorlegen muss den Energieausweis nur, wer seine Immobilie ab dem 1. Juli neu vermietet oder verkauft. Zunächst wird der Energiepass für alle Wohngebäude Pflicht, die bis 1965 gebaut wurden. Jüngere Immobilien, Büros und Lager müssen erst 2009 einen Ausweis vorlegen. Wie ausführlich der Ausweis ist, entscheidet der Immobilienbesitzer - noch. Ab Herbst entscheidet der Gebäudetyp darüber, ob die verbrauchsorientierte Analyse ausreichend ist.

Ausstellen dürfen den Energiepass nur qualifizierte Experten wie Handwerksmeister oder Energieberater. Die Kosten hängen von der Größe des Hauses ab. Bei einem kleinen Mehrfamilienhaus dürften sie zwischen 150 Euro für den verbrauchsorientierten und rund 300 Euro für den bedarfsorientierten Ausweis liegen. Da sich die Werte im Laufe der Zeit verschieben können, gilt der Ausweis nur zehn Jahre - man sollte ihn sich also erst dann ausstellen lassen, wenn man ihn auch tatsächlich braucht, also neu vermietet oder verkauft.

Längst finden sich auch im Internet zahlreiche Angebote zum Thema. Ein verbrauchsorientierter Ausweis ist hier schon für 15 Euro zu haben. Der Hauseigentümer kann die Daten selbst eingeben und das Dokument ausdrucken. Bequem - aber nicht immer fehlerfrei, hat Lale Salur beim testen festgestellt. Zudem können pauschale Modernisierungsempfehlungen aus dem Netz keine Vor-Ort-Begehung durch den Fachmann ersetzen.

Egal, für welchen Energieausweis man sich entscheidet - darum drücken sollte man sich nicht. Wer den Energieausweis nicht vorlegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 15.000 Euro kosten kann.

Quelle: ntv.de

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