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Sportwagen bei Ebay Auto kaputt, Auktion beendet?

Das Angebot für den Wagen klingt gut und mit wenigen Klicks ist man bei der Versteigerung mit dabei. Dumm nur, wenn der Verkäufer diese bereits nach zwei Tagen wegen angeblicher Mängel des Autos abbricht.

Frischere Optik, stärkere Motoren: Hyundai hat das Genesis Coupé überarbeitet. Foto: Hyundai

Dieser Hyundai Genesis Coupé funktioniert einwandfrei.

(Foto: dpa-tmn)

Wird ein Mangel einer bei Ebay zur Versteigerung angebotenen Ware nachträglich - während der laufenden Auktion - festgestellt, berechtigt dies den Verkäufer, diese zu beenden. Das hat das Landgericht Heidelberg entschieden (Az.: 3 S 27/14).

In dem verhandelten Fall hatte der später Beklagte einen Sportwagen Hyundai Genesis Coupé mit 303 PS für zehn Tage auf der Internetplattform Ebay zum Verkauf eingestellt, dann aber schon nach zwei Tagen die Auktion abgebrochen. Er begründete dies damit, dass er nachträglich bemerkt hätte, dass der Pkw ruckelte und Zündaussetzer habe und mithin mangelhaft sei.

Zu diesem Zeitpunkt war der spätere Kläger mit einem Betrag von 6900 Euro Höchstbietender. Nachdem der Verkäufer nicht bereit war, den angebotenen Sportwagen für diesen Betrag zu übergeben, erklärte der potenzielle Käufer den Rücktritt vom Kaufvertrag und verlangte 15.000 Euro Schadensersatz, weil der angebotene Wagen mindestens 22.000 Euro wert sei.

Ohne Erfolg. Das Landgericht Heidelberg befand ausgehend davon, dass der Verkäufer den Mangel des Sportwagens erst erkannt habe, nachdem dieser zum Verkauf eingestellt worden war, dieser sei zur Angebotsrücknahme berechtigt gewesen. Das Gericht berief sich bei seinem Urteil auf die Versteigerungsbedingungen von Ebay. Dort weist das Unternehmen darauf hin, dass ein Angebot vorzeitig zurückgenommen werden kann, wenn "Sie feststellen, dass Sie sich beim Einstellen des Artikels geirrt haben oder der zu verkaufende Artikel während der Angebotsdauer beschädigt wird oder verloren geht".

Denn dem Anbieter, der einen solchen Irrtum nachträglich erkennt, sei klar, dass er - wie im Falle der Beschädigung oder des Verlustes - einem potenziellen Käufer die Sache nicht in dem Zustand übergeben kann, wie er sie angeboten hat. Genau so einem Irrtum sei der beklagte Verkäufer unterlegen gewesen, als er den Sportwagen zum Verkauf einstellte, urteilte das Gericht.     

Quelle: n-tv.de, awi

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