Ratgeber

Farb-Hilfe beim Lebensmittelkauf Dany Sahne nutzt falschen Nutri-Score

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Erwischt!

(Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)

Viele Menschen möchten Zuckerbomben und Fettfallen auf den ersten Blick erkennen. Dabei soll die Nährwertkennzeichnung helfen. Doch der Nutri-Score ist eine freiwillige Kennzeichnung ohne Kontrollinstanz. Hersteller Danone macht so seine Schokomousse gleich mal ein bisschen weniger belastend.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner ließ sich unlängst feiern. Denn gut drei Monate nach dem offiziellen Start in Deutschland haben sich mittlerweile 116 Firmen mit 236 Marken für eine freiwillige Nutzung des Nutri-Score registriert, wie das Bundesernährungsministerium mitteilte - darunter Hersteller und Händler. Mit dieser Lebensmittelkennzeichnung sollen zu viel Zucker, Fett, Salz und Kohlenhydrate in Fertigprodukten mit einem Blick entlarvt werden können.

Denn die Deutschen ernähren sich zu ungesund. Das haben sie mit vielen ihrer europäischen Nachbarn gemein. Ärzteverbände, Krankenkassen sowie Verbraucherschützer fordern deshalb schon lange eine Kennzeichnung in Ampelfarben. Nun ist sie also da, die freiwillige Ergänzung der EU-weit verpflichtenden Nährwerttabellen.

Schoko Mousse von Dany Sahne mit falschem Nutri-Score

Und am Beispiel des Herstellers Danone zeigt die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) gleich mal ein problematisches Beispiel der freiwilligen Kennzeichnung auf. So kommt die Schoko Mousse von Dany Sahne dabei besser weg, als es eigentlich dürfte. Denn Danone hat fälschlicherweise den Nutri-Score "C" statt "D" auf sein Produkt gedruckt. Das Dessert besteht allerdings zu 21 Prozent aus Zucker. Die VZHH hatte bei Recherchen bei der "Welt am Sonntag" den Lapsus des Herstellers entdeckt. Immerhin, Danone zeigt sich gegenüber der Verbraucherzentrale einsichtig und erklärt gegenüber den Verbraucherschützern, dass es ab Mai den richtigen Aufdruck verwenden möchte.

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Doch wie konnte das passieren? Ganz einfach, nur die Lebensmittelhersteller selbst berechnen und überprüfen den Nutri-Score für ihre Produkte, erklärt die VZHH. Eine unabhängige Kontrollinstanz wie etwa die Lebensmittelüberwachung gibt es nicht. Die Industrie wehrt sich nach wie vor gegen eine verbindliche, auf den ersten Blick entlarvende farbliche Kennzeichnung in ganz Europa, entgegen der Forderungen von Verbraucherschützern und der Verbraucherorganisation Foodwatch. Klöckner sah sich aufgrund ihres zögerlichen Handelns in der Sache auch immer wieder massiven Lobbyismus-Vorwürfen ausgesetzt.

Die Verbraucherzentrale Hamburg ruft Verbraucher, die einen Nutri-Score entdecken, der nicht so ganz nachzuvollziehen ist, dazu auf, diesen unter www.vzhh.de/nutri-score zu melden.

Quelle: ntv.de, awi