Ratgeber

Darf es eine Scheibe mehr sein? Das ist die Mogelpackung des Monats

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Verbraucher müssen sich häufig über versteckte Preiserhöhungen ärgern - auch beim Käse.

(Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)

Man kennt die Masche mittlerweile: Der Preis bleibt gleich, der Inhalt reduziert sich. Oder aber es gibt nur etwas mehr Inhalt zu einem deutlich höheren Preis. Glücklicherweise macht sich die Verbraucherzentrale Hamburg die Mühe und kürt solcherlei Schummeleien. So auch diesen Monat.

In diesem Monat bekommt der Scheibenkäse von Leerdammer des Herstellers Bel Deutschland den Titel "Mogelpackung des Monats" von der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh). Zwar gibt es aktuell mehr Inhalt pro Packung, zum Beispiel bei der Sorte Leerdammer Original statt 7 nun 8 Scheiben, der Preis im Handel ist aber meist von 1,49 auf 1,99 Euro (ohne Mehrwertsteuersenkung) gestiegen, sodass die verschiedenen Sorten um bis zu 21 Prozent teurer wurden.

"+1 Scheibe" vor rotem Hintergrund und "dauerhaft mehr" steht auffällig auf fast jeder Leerdammer-Packung mit Scheibenkäse. Doch die Auslobung täuscht. Der Preis im Handel ist kräftig gestiegen - trotz Mehrwertsteuersenkung. Um bis zu 21 Prozent hat sich der Käse verteuert, obwohl nur eine Scheibe mehr in der Packung ist. Bei der Sorte Leerdammer Feine Scheiben kostete eine Scheibe (10 Gramm) bisher 15 Cent. Die Extra-Scheibe wird so mit 50 Cent berechnet.

Etwas mehr, deutlich teurer

Laut vzhh stieg der Preis bei Penny beispielsweise von 1,49 Euro (Juni 2020) auf 1,99 Euro ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuersenkung. Ähnliche Preise fanden die Verbraucherschützer in verschiedenen Filialen von Rewe, Penny, Real, Netto Marken-Discount sowie meist auch bei Edeka. Bei den Discountern Aldi und Lidl gibt es bis auf sehr geringe Unterschiede im Cent-Bereich ähnliche Preise.

Bel Deutschland, das zum milliardenschweren französischen Milchkonzern Bel gehört, verweist in einer Stellungnahme gegenüber der vzhh auf die ausschließliche Verwendung von Milch ohne Gentechnik sowie eine nachhaltigere Verpackung. Was die Verbraucherschützer zwar begrüßen, aber mittlerweile als Standard bewerten, der keine solche - noch dazu versteckte - Preiserhöhung rechtfertigt.

Verbraucher müssen sich häufig über versteckte Preiserhöhungen ärgern. Vorausgesetzt, sie entdecken diese auch. Die vzhh bietet die Möglichkeit, auf Produkte, mit denen Kunden derart (weniger Inhalt bei gleichem Preis) getäuscht werden, aufmerksam zu machen. Die vzhh macht diese Produkte dann öffentlich und kürt sie zur Mogelpackung des Monats und des Jahres.

Quelle: ntv.de, awi