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Alles Käse Das ist die Mogelpackung des Monats

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Alles wird teurer ...

Man kennt das: Der Preis bleibt gleich oder die Ware wird sogar teurer, aber der Inhalt reduziert sich. Dankenswerterweise macht sich die Verbraucherzentrale Hamburg die Mühe und kürt solcherlei Schummeleien. So auch diesen Monat.

In diesem Monat bekommen die Leerdammer Käsescheiben des Herstellers Lactalis den Titel "Mogelpackung des Monats" von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) verliehen. Bei verschiedenen Sorten hat der Anbieter den Inhalt geschrumpft. So wurde beispielsweise die Füllmenge des Leerdammer Original von 160 auf 140 Gramm reduziert. Bei der Sorte Leerdammer Caractère sind jetzt nur noch 125 statt 140 Gramm Käse in der Packung. Gleichzeitig stieg der Preis für die Produkte bei vielen Händlern in den letzten Monaten von 1,99 Euro auf 2,49 Euro. Unterm Strich führt das zu einer Preiserhöhung von bis zu 43 Prozent.

Noch im Sommer 2020 versprach der Hersteller Lactalis in großen Lettern direkt auf den Leerdammer-Packungen: "+ 1 Scheibe, dauerhaft mehr". Dieses vollmundige Versprechen hielt gerade mal zwei Jahre. Vermutlich auch, weil Lactalis, einer der größten Milchindustriekonzerne in Europa, die bekannte Marke Leerdammer vom vorherigen Anbieter Bel übernommen hat. Doch neues Unternehmen oder nicht, unter "dauerhaft mehr" stellen sich viele Verbraucher wohl eher etwas anderes vor, stellen die Verbraucherschützer fest.

Bei Leerdammer gab es in den letzten Jahren laut VZHH viele versteckte Preiserhöhungen. Der erste in der Mogelpackungsliste dokumentierte Fall datiert aus dem Jahr 2012. Damals wurde die Füllmenge von 200 auf 160 Gramm reduziert, ohne dass der Hersteller Bel einen Hinweis auf die Füllmengenreduzierung gab. Im Gegenteil: Bel machte die Scheiben einfach dünner, sodass das Unternehmen trotz geringerer Füllmenge mit der gleichen Anzahl an Scheiben werben konnte. Später wurde die Inhaltsmenge sogar noch weiter auf 140 Gramm abgesenkt.

Höhere Milchpreise und gestiegene Produktionskosten

In einer Stellungnahme verweist der Anbieter, die Lactalis Holländischer Käse GmbH, auf gestiegene Milchpreise sowie höhere Produktionskosten:

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"Die Milchpreise sind im laufenden Jahr in ganz Europa dramatisch angestiegen und haben teilweise historische Höchststände erreicht. Diese Entwicklung wirkt sich massiv auf unsere Produktionskosten aus. Beispielsweise lag der Preis für einen Liter Milch im Juni in den Niederlanden, wo wir produzieren, über 41 Prozent höher als noch im Vorjahr und über 65 Prozent höher als im Jahr 2020. Hinzu kommen weitere signifikante Kostensteigerungen bei Verpackung, Strom, Gas, Öl sowie Transport, welche nachvollziehbar und in der Höhe greifbar sein sollten, da sie die gesamte Wirtschaft und jeden Verbraucher auch in Deutschland in starkem Maße (be)treffen."

Verbraucher müssen sich häufig über versteckte Preiserhöhungen ärgern. Vorausgesetzt, sie entdecken diese auch. Die VZHH bietet die Möglichkeit, auf Produkte, mit denen Kunden derart (weniger Inhalt bei gleichem Preis) getäuscht werden, aufmerksam zu machen. Die VZHH macht diese Produkte dann öffentlich und kürt sie zur Mogelpackung des Monats und des Jahres.

Quelle: ntv.de, awi

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