Ratgeber

Günstig und gut Das sind die besten Geschäftskonten

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Aus Sicht der FMH-Finanzberatung sollten Geschäftskonten standardmäßig mit einer GiroCard und Kreditkarte ausgestattet sein.

(Foto: imago/photothek)

Jedes Unternehmen ist anders. Entsprechend individuell ist auch die Entscheidung für das passende Geschäftskonto. Dennoch gibt es Faktoren, die alle Geschäftsleute bei der Auswahl ihrer Hausbank berücksichtigen sollten.

Zugegeben. Eine Pflicht, ein spezielles Geschäftskonto zu führen, besteht in Deutschland nur für Kapitalgesellschaften. Theoretisch könnten die meisten Selbstständigen, Freiberufler und Gewerbetreibenden daher auch ihr privates Girokonto nutzen, um berufliche Transaktionen abzuwickeln. Das aber ist aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen.

Erstens ist die Vermischung von privaten und beruflichen Geldgeschäften nicht besonders transparent, zweitens bedeutet sie mehr Aufwand bei der Buchhaltung und drittens bringen Geschäftsleute sich so um die Möglichkeit, die Kosten für die Kontoführung in die Steuer zu bringen.

Zudem sind Banken nicht begeistert davon, wenn private Konten für geschäftliche Zwecke eingesetzt werden. Ein Geschäftskontos ist daher klar zu empfehlen und notwendig, unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens und egal, ob die Selbstständigen als Einzelunternehmer agieren oder Mitarbeiter beschäftigen. Doch welche Banken haben in diesem Segment die besten Angebote? Das hat die FMH-Finanzberatung im Auftrag von ntv ermittelt.

Pauschalen und Einzelentgelte vergleichen

Anders als bei den meisten Privatkonten ist es bei Geschäftskonten üblich, dass jede Kontobewegung kostet, egal, ob Geld eingeht, ein Dauerauftrag ausgeführt wird oder Kontoinhaber seine Rechnungen begleichen. Gerade für kleinere Unternehmen, bei denen die Anzahl der Transaktionen pro Monat überschaubar ist, kann es sich daher lohnen, eine Bank zu wählen, die eine gewisse Menge an Freiposten anbietet.

Wer etwa im Monatsschnitt nur 50 oder 60 Buchungen durchführen muss, für den wäre eine Bank mit bis zu 75 Freiposten eine gute Entscheidung. In diese Kategorie fallen beispielsweise die Targobank und die Commerzbank.

Um am Ende nicht doch noch draufzuzahlen, sollten Interessenten allerdings auch beachten, dass die meisten Anbieter zusätzlich zu den Transaktionsentgelten auch eine pauschale monatliche Gebühr erheben und diesen Posten in den Vergleich mit einbeziehen (siehe Tabelle).

Enormes Sparpotenzial

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entscheidung für oder gegen ein Geschäftskonto ist die Frage: Bietet die Bank mit dem Geschäftskonto auch eine Giro- oder Kreditkarte an? Und wenn ja, zu welchen Konditionen?

Besonderes Augenmerk sollten Unternehmer zudem darauf lenken, ab welchem Betrag die Banken Negativzinsen bzw. Verwahrentgelte für Guthaben auf dem Geschäftskonto erheben. Hier sind die Unterschiede immens. Die HypoVereinsbank etwa bittet ihre Kunden bereits ab dem ersten Euro zur Kasse. Die übrigen Anbieter im Vergleich verlangen erst ab Schwellenwerten zwischen 10.000 Euro und 250.000 Euro Negativzinsen.

Bleibt die Frage, wieviel Geld Geschäftsleute durch die Wahl des richtigen Kontos sparen können und welche Kosten als angemessen gelten. Um das zu ermitteln, hat die FMH 85 Konten bei 50 Banken unter die Lupe genommen. Unterstellt man ein Verwahrentgelt für 20.000 Euro, kostet das pro Jahr 100 Euro oder pro Monat acht Euro. Zusammen mit der durchschnittlichen Kontoführungsgebühr sind wir bereits bei 23 Euro. Wenn ein Unternehmer dann auch noch 40 Buchungsvorgänge pro Monat durchführt, fallen für diesen Zeitraum im Schnitt zehn Euro an, zuzüglich rund 45 Euro pro Jahr für Kredit- und GiroCard. Im Durchschnitt kostet ihn sein Geschäftskonto damit monatlich an die 37 Euro beziehungsweise 444 Euro pro Jahr.

Deutlich besser fährt, wer stattdessen bei den günstigsten Anbietern anheuert. Er oder sie zahlt nur drei Euro pro Monat (die Debitkarte der Fidor Bank ist dabei schon mit eingepreist). Das teuerste Konto der untersuchten Banken kostet hingegen stolze 70 Euro pro Monat oder 840 Euro im Jahr.

Persönliche Bedürfnisse beachten

Nicht unterschätzen sollten Geschäftskunden allerdings auch die Bedeutung eines guten Drahts zu ihrem Banker. Vor der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Geldhaus lohnt es sich daher in jedem Fall, das eine oder andere persönliche Gespräch zu führen, um zu testen, ob die Chemie stimmt.

Zudem spielen auch persönlichen Vorlieben eine Rolle bei der Wahl der richtigen Bank. Entsprechend hat die FMH gleich mehrere Spitzenreiter ausgemacht: Die Deutsche Skatbank punktet, wenn ein Kunde alle Geschäfte online abwickeln will. Die Deutsche Bank und Commerzbank liegen vorne, wenn neben günstigen Preisen auch eine Filiale in der Nähe gewünscht ist. Und bei den regionalen Banken überzeugt die Hamburger Sparkasse vor der Stadtsparkasse Düsseldorf und der Sparkasse Marburg-Biedenkopf.

Weitere Geschäftskonten finden Sie auch im aktuellen Girovergleich

Quelle: ntv.de, awi

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