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Schlüssel verloren? Das sollten Mieter wissen

Die Richter erklärten die Klausel in dem Mietvertrag für unwirksam: Der Mieter trage keine Schuld am Verlust des Schlüssels. Foto: Jens Schierenbeck

Haften muss der Mieter nur, wenn er den Verlust zu verschulden hat.

Verliert man seinen Schlüssel, ist das immer ärgerlich. Aber anstatt einfach auf den Zweitschlüssel umzusteigen, sollte man den Vorfall umgehend melden und sich mit dem Vermieter über das weitere Vorgehen beraten.

Wenn ein Mieter bemerkt, dass er seinen Wohnungs- oder Haustürschlüssel verloren hat, sollte er umgehend den Vermieter informieren. Das rät der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.

Besonders wichtig ist dies dann, wenn der Schlüssel zusammen mit dem Portemonnaie oder einem Adressanhänger abhandengekommen ist und Unbefugte damit problemlos ins Haus oder in die Wohnung gelangen könnten. Sonst muss der Mieter in der Regel für Schäden aufkommen.

Zur Obhutspflicht des Mieters gehört, auf Sachen aufzupassen, die ihm der Vermieter übergibt, und Schäden zu vermeiden. Verliert er etwas, muss er es ersetzen. Dies gilt auch für Schlüssel, wenn der Mieter den Verlust zu verantworten hat und die Gefahr besteht, dass jemand anderes den Schlüssel nutzt. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor (Az.: VII ZR 205/13). Unter Umständen springt jedoch die Hausratversicherung ein.

Vermieter darf keinen Schlüssel behalten 

Dabei genügt es, wenn dem Mieter fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden kann. Als fahrlässig gilt etwa die weit verbreitete Unsitte, außerhalb der Wohnung für Notfälle einen Schlüssel zu verstecken, etwa unter der Fußmatte.

Wie viel ihn der Verlust kostet, kann der Mieter nur begrenzt beeinflussen: Fehlt ein Schlüssel, kann der Vermieter entscheiden, ob ein Ersatzschlüssel für die Mietwohnung angefertigt werden soll, das Türschloss oder gar die Schließanlage des Hauses samt Türschlössern aller Wohnungen ausgetauscht wird.

Ob der Schlüssel an einen Freund, Nachbarn oder ein Familienmitglied gegeben wurde, spielt beim Verlust keine Rolle. Der Mieter ist für die erhaltenen Schlüssel verantwortlich.

Der Vermieter selbst darf nicht einfach einen Schlüssel zur Wohnung behalten, erklärt Wagner. Er muss den Mietern alle existierenden Schlüssel aushändigen. Das bedeutet auch, dass der Vermieter ohne Einwilligung des Mieters dessen Wohnung nicht mehr betreten darf. Der Vermieter kann dies auch nicht unter dem Gesichtspunkt verlangen, dass er für den Notfall schnell Zugang zur Wohnung benötigt.

Beim Auszug aus der Wohnung muss der Mieter alle Schlüssel zurückgeben, auch die auf eigene Kosten angefertigten. Einen Anspruch auf Kostenerstattung für zusätzlich angefertigte Schlüssel hat er nicht.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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