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Wird Toilettenpapier knapp? Der erste Klopapier-Automat steht schon

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Jeder Deutsche verbraucht jährlich im Schnitt 134 Rollen Toilettenpapier. Noch gibt es welches zu kaufen.

(Foto: Martin Gerten/dpa/Archivbild)

Es ist noch nicht lange her, da war Klopapier schwer zu haben. Doch seit die Corona-Pandemie wieder an Fahrt aufgenommen hat, werden vereinzelt wieder leere Regale des Hygieneartikels gesichtet. Ein Hersteller reagiert medienwirksam. Die Bundesregierung gibt eine Art Toilettenpapier-Garantie.

Eigentlich sollte man nach dem Kaufrausch im vergangenen Frühjahr davon ausgehen, dass jeder Haushalt noch über mehr als ausreichende Vorräte an Toilettenpapier verfügt. Gleiches gilt für Nudeln. Beide Artikel lösen beim Verbraucher in Krisenzeiten wohl so etwas wie einen Kaufreflex aus, um sich gegen eine Krise zu wappnen. Psychologen erklären dies auch damit, dass der Mensch aus Angst seine Hilflosigkeit eben mit irgendeiner Art von Aktionismus bekämpfen möchte.

Nun ja, bereits vergangene Woche meldeten Aldi und Lidl, dass es schon wieder erste Hamsterkäufe von Klopapier gäbe und sich die Regale ein wenig lichteten. Es sei aber genug für alle da. Die höhere Nachfrage zeige jedoch, dass die ansteigenden Corona-Zahlen für Verunsicherung sorgten.

Und nun reagiert auch der Hygienepapier-Hersteller Hakle medienwirksam auf die Befürchtungen seiner Kunden. Das Unternehmen hat auf seinem Firmengelände in Düsseldorf-Reisholz nun den ersten Klopapier-Automaten Deutschlands aufgestellt, an dem man zu jeder Tages- und Nachtzeit Toilettenpapier ziehen kann, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Demnach sind dort zwei Rollen vierlagiges Klopapier für 2 Euro, dreilagig mit Kamillegeruch für 1,50 Euro, zu ziehen. Dass der Preis damit um ein vielfaches höher liegt, als wenn man die Rollen im regulären Handel oder via Online-Shop ersteht, versteht sich fast von selbst. Aber immerhin gibt es daneben auch, Hygiene- und Desinfektionstücher im Automaten zu erwerben.

Nicht hamstern, Verbrauch ausrechnen

Hakle-Sprecherin Dr. Karen Jung sagte auf Anfrage der Zeitung, dass sie trotz beginnender Hamsterkäufe "nicht mit einer Situation wie im Frühjahr" rechne. "Damals gab es Logistik-Probleme, die wir inzwischen abgestellt haben. Wenn etwas aus dem Ruder läuft, sind wir vorbereitet." Zudem hat das Unternehmen auch seinen Online-Handel ausgedehnt. Eine Anfrage von ntv.de, ob denn das Aufstellen weiterer Automaten in der Bundesrepublik geplant sei, blieb - genau wie die Frage nach der Vermutung, dass es sich bei der Aktion um eine PR-Aktion handelt - von Hakle bisher unbeantwortet.

Wie auch immer, der bisherige Erkenntnisstand zu möglichen Versorgungsengpässen beruhigt aber schon mal. Es besteht also kein Grund zur Panik. Hamsterkäufe sind also nicht angebracht und zudem unsozial.

Bundesregierung gibt Klopapier-Garantie

Doch auch die Bundesregierung reagiert auf die Sorgen seiner Bevölkerung und gibt den Deutschen eine Art Klopapier-Garantie. "Ja", sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Bild-Talk als er gefragt wurde, ob er den Deutschen garantieren könne, dass es im Verlaufe der Pandemie immer genug Klopapier geben werde. Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund", sagte auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Sie verspricht: "Die Lieferketten funktionieren - das gilt nach wie vor." Sie appellierte in der "FAZ" an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. Auch Helge Braun, seines Zeichens Kanzleramtschef, bekräftigt, dass sich Verbraucher "sich keine Sorgen machen" müssen, was die Versorgung des Einzelhandels betreffe.

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Wer auch damit nicht vom Hamstern abzubringen ist, dem hilft vielleicht die Beantwortung der Frage, wie lange der Klopapier-Vorrat den überhaupt noch reicht? Die Antwort kann man sich auf der Webseite howmuchtoiletpaper.com einfach ausrechnen lassen. Dazu wird gefragt:

· Wie viele Rollen sind noch vorhanden?

· Wie geht oft man am Tag auf die Toilette?

Wer es noch genauer wissen will, kann über die Erweiterungsfunktion zusätzlich noch folgende Fragen beantworten:

· Wie viele Blätter werden pro Toilettengang benötigt?

· Wie oft wird sich dabei jeweils untenherum abgewischt?

Anschließend wird dann ausgerechnet, wie viele Tage das Klopapier noch ausreichen wird.

Quelle: ntv.de, awi