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Corona-Schock nicht verdaut Diese Börsen haben Nachholbedarf

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Der Aktienhandel hat sich längst nicht überall von der Krise erholt.

(Foto: imago images/STPP)

Zumindest wenn es um die Aktienkurse geht, möchte man meinen, dass es die Corona-Pandemie nie gegeben hat. Ein genauer Blick auf das Börsengeschehen weltweit zeigt aber, dass so mancher Index nach wie vor leidet. Es gibt aber auch Gewinner.

Fast scheint es so, als könne die Corona-Krise den Börsen nicht schaden. Der Dax als wichtigster deutscher Aktienindex verbesserte dieses Jahr schon mehrmals sein Allzeithoch - zuletzt am letzten Donnerstag als der Index im Handelsverlauf den Wert von 14.804 Punkten erreichte. Dabei ist es nur etwas mehr als ein Jahr her, dass die Börsen weltweit abstürzten - aus Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.

Der Aktienhandel hat sich längst nicht überall von der Krise erholt - wie eine aktuelle Auswertung des digitalen Vermögensverwalters growney für ntv.de zeigt. So büßte der wichtigste Aktienindex PTX in unserem Nachbarland Polen in den vergangenen 13 Monaten rund 16,4 Prozent ein. Bedeutet: Wer Mitte Februar 2020 den Betrag von 10.000 Euro in ein Papier auf den PTX investierte, verzeichnet einen Verlust von mehr als 1600 Euro. Zum Vergleich: Der Dax ist seitdem um 5,6 Prozent gestiegen - macht bei gleichem Investment einen Gewinn von rund 560 Euro.

Nicht alle Länder und Branchen gleichermaßen getroffen

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Die Entwicklung der Weltbörsen ...

Vor allem in Südeuropa haben sich die Börsen noch lange nicht erholt: Spanien verzeichnet im Untersuchungszeitraum (17.2.2020 bis 16.03.2021) ein Minus von 13,6 Prozent, Portugal minus 10,4, Griechenland minus 6,5, Italien minus 3,4. "Die Pandemie hat nicht alle Länder und Branchen gleichermaßen getroffen - gerade klassische Urlaubsländer leiden besonders unter der Situation. Das zeigt sich an der deutlich unterschiedlichen Börsenentwicklung", sagt Thimm Blickensdorf von der growney-Geschäftsleitung.

Spitzenreiter in Europa sind Länder wie Dänemark (plus 17,7 Prozent) und Schweden (15,5). Aber auch in Deutschland gab es größere Gewinnmöglichkeiten, wenn Anleger sich nicht allein am Dax orientierten - so legte der MDax um 9,5 Prozent zu. Der SDax, in dem kleinere deutsche Unternehmen gelistet sind, erreichte sogar 18,1 Zuwachs. Ein Investment von 10.000 Euro in den Letzteren hätte so in den vergangenen 13 Monaten um mehr als 1800 Euro an Wert gewonnen. "Das ist ein ganz typischer Effekt", wie Blickensdorf erklärt. "Privatanleger konzentrieren sich häufig auf große und bekannte Aktien. Dabei zeigt sich, dass es oft die kleineren oder unbekannteren Unternehmen sind, die sich plötzlich zu Börsenstars entwickeln." Der digitale Vermögensverwalter empfiehlt seinen Kunden deshalb in der Regel breit gefächerte Portfolios, die die Entwicklung von bis zu 5000 Aktien abbilden.

Möglichst weltweit investieren

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Trotz einem stattlichen Plus von 36,6 Prozent in den letzten 13 Monaten sind US-Technologiewerte übrigens nicht Spitzenreiter der weltweiten Börsenentwicklung. Denn der wichtigste Aktienindex Südkoreas schaffte im gleichen Zeitraum ein Plus von 36,8 Prozent. Überhaupt zeigen sich viele asiatische Börsen besonders stark: Der japanische Nikkei-Index legte um 27,2 Prozent zu - fast fünf Mal so stark wie der Dax. In Indien gab es ein Plus von 22,7, in China 15,5. Experte Blickensdorf erklärt dazu: "Diese Zahlen belegen, dass Anleger möglichst weltweit investieren sollten - besonders günstig geht das in der Regel über ein international ausgerichtetes Portfolio mit Indexfonds, so genannten ETFs."

Die Untersuchung zeigt auch, dass ein rasches Impftempo nicht unbedingt eine bessere Kursentwicklung an der Börse bedeutet. Das sieht man am Beispiel von Impfweltmeister Israel: Dort verzeichnet der wichtigste Aktienindex ein Minus von 7,2 Prozent in den letzten 13 Monaten. Bei Europas Impf-Vorreiter Großbritannien (Erstimpfquote rund 40 Prozent), sind es sogar minus 8,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, awi

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