Ratgeber

+++ Keine Panik +++ Keine Panik Corona-Crash: Jetzt alles verkaufen?

imago65507199h(1).jpg

Es besteht Hoffnung, dass es nicht so weit kommt.

(Foto: imago/blickwinkel)

Die Angst vor dem Coronavirus rüttelt die Welt durch - jetzt beben auch die Börsen. Aktienanleger sind verunsichert und trennen sich von ihren Papieren, was keine gute Idee ist. Was hilft? Ruhig bleiben und ordentlich die Hände waschen.

Zum Einstieg ein paar beruhigende Worte: Du bist mehr als deine Gefühle und - noch besser - Gefühle ändern sich. Angst zum Beispiel. Womit wir beim Coronavirus wären. Der hat sich zwar noch nicht zur Pandemie entwickelt, scheint es aber schon zum Fluch geschafft zu haben. Und hat nun auch die Börsen erreicht - um dort für satte Kurseinbrüche zu sorgen. Denn in Panik geratene Anleger trennen sich zuhauf von ihren Aktien.

Die Idee dahinter: Wenn alle verkaufen, darf ich nicht fehlen. Nennt sich Herdentrieb und führt zu einer Verkaufspanik. Das können wir derzeit an den Märkten beobachten. Das Ergebnis? Beachtlich. So verlor der Dax seit Donnerstag vergangener Woche rund 13 Prozent. Der MSCI-Weltindex marschiert stramm auf die 10 Prozent zu. Das klingt allemal bedrohlich und für viele Anleger, die noch vor wenigen Tagen ihr Glück über immer neue Höchststände an den Börsen kaum fassen konnten, auch einigermaßen verwirrend.

Ebbe und Flut

Viele von ihnen handeln nun nach dem Prinzip: Wer schon die Übersicht verloren hat, sollte wenigstens Entscheidungen treffen. Womit sie dann mutmaßlich falsch liegen dürften. Denn nach der Ebbe kommt die Flut, nach der Panik die Gier. Und damit ist dann auch ein wesentlicher Wirkungsmechanismus der Börse erklärt. So einfach? Na ja, fast. Immerhin warnen mehr und mehr Ökonomen davor, dass es wegen der Corona-bedingten Produktionsausfälle und unterbrochenen Handelsketten zur einer Rezession kommt, da nun das Wirtschaftswachstum einzubrechen drohe. Was nicht ausgeschlossen werden kann. Aber auch die wirtschaftliche Entwicklung verläuft in Zyklen. Ebbe und Flut eben. Insofern ist es durchaus möglich, dass das Virus als Ventil herhalten muss für seit Langem vor sich hingärende Probleme. Als da unter anderem wären: eine überbordende Verschuldung von Staaten und auch Unternehmen, befördert durch Billig-Geld en masse, welches auch eine Inflation bei Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien zur Folge hatte.

Nun wird also ordentlich Luft aus einem aufgeblähten Markt gelassen. Was erstmal nicht weiter schlimm ist. Denn hält der Anleger die Füße still, entstehen die Verluste nur auf dem Papier. Erst wenn Aktien tatsächlich verkauft werden, ist ein etwaiger Verlust auch realisiert. Was allerdings wegen der Börsenrallye der vergangenen Jahre nur auf die wenigsten zutreffen dürfte. Wer aber erst kürzlich eingestiegen ist, dem kann schon mal kurzfristig schwarz vor Augen weden. Aber eben bitte nur kurz, denn: Aktien sind als Teil einer Geldanlagestrategie ein Langzeitprojekt. Also mindestens 10 Jahre, besser noch länger zu halten. In der Vergangenheit war es immer so, dass es tatsächlich nur eine Frage der Zeit war, bis sich etwaige Verluste wieder ausgeglichen beziehungsweise Gewinne eingestellt haben.

Nicht alle Eier in einen Korb

Abgesehen davon gehören zur einer gut diversifizierten Geldanlage neben Aktien eben auch Immobilien, Festverzinsliches und Rohstoffe. Was keinesfalls als Ätsch-das-haben wir-Ihnen-schon-immer-erklärt verstanden werden soll. Aber eben als Hinweis für die Zukunft. Denn nach der Krise ist auch immer vor der Krise - siehe oben.

Wer sein Geld also nicht kurzfristig braucht, kann auch den Corona-Crash aussitzen, Ruhe bewahren und sich ordentlich die Hände waschen. Letzteres nur, damit das Virus nicht doch noch an viel wertvollerer Stelle für Schaden sorgt.

Jenen, die meinen, jetzt aus dem Markt auszusteigen, um bei deutlich gesunkenen Kursen wieder einzusteigen, sei gesagt, dass es nur die allerwenigsten schaffen, den günstigsten Aus- beziehungsweise Einstiegszeitpunkt am Markt zu erwischen. Oder um es mit der SPD-Legende Herbert Wehner zu sagen: "Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen".

Quelle: ntv.de