Ratgeber

Mit Beitragscheck sparen Diese Krankenkassen sind 2022 am günstigsten

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Wer von einer teuren, bundesweit geöffneten Kasse zu einer günstigeren wechselt, kann mehrere Hundert Euro Beitrag pro Jahr sparen.

(Foto: imago/Eibner)

Auch im neuen Jahr beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 1,3 Prozent. Doch die Krankenkassen können auch über oder unter diesem Wert liegen. Wem seine Kasse zu teuer ist, der kann zu einer günstigeren wechseln. Und das ist seit letztem Jahr deutlich einfacher.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt im Jahr 2022 bei unverändert 1,3 Prozent. Doch wer die Kasse klug wechselt, kann mehrere Hundert Euro Beitrag pro Jahr sparen. Neben dem Beitrags­satz ist die Ersparnis auch abhängig vom Einkommen der Versicherten.

Finanztest fragt in schöner Tradition bei den für gesetzlich Versicherte zugelassenen Krankenkassen im Dezember den Beitragssatz für das kommende Jahr ab. So auch jetzt wieder. Von den 73 angefragten soll bei 36 Kassen der Beitrag im neuen Jahr unverändert bleiben. Die BKK Gildemeister Seidensticker senkt ihren Zusatzbeitrag von 1,20 auf 0,90 Prozent, auch BKK Technoform und BKK ZF & Partner möchten senken - wenn ihr Verwaltungsrat mitmacht.

Andere werden ihren Zusatzbeitrag hingegen erhöhen, unter anderem die AOK Baden-Württemberg (von 1,1 auf 1,3 Prozent), die AOK Bayern (von 1,1 auf 1,3 Prozent), die AOK Bremerhaven (von 1,3 auf 1,6 Prozent), die AOK Hessen (von 1,3 auf 1,5 Prozent), die AOK Nordwest (von 1,3 auf 1,7 Prozent), die AOK Nordost (von 1,5 auf 1,7 Prozent) und die HKK (von 0,39 auf 0,69 Prozent).

Mit Wechsel Hunderte Euro sparen

Grundsätzlich setzt sich der Krankenkassenbeitrag aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und dem individuell zu bestimmenden Zusatzbeitrag zusammen. Sowohl der allgemeine Beitragssatz als auch der Zusatzbeitrag werden zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und -gebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen. Aktuell beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 1,3 Prozent. Doch beim Zusatzbeitrag können die Kassen auch darüber oder darunter liegen, denn jede entscheidet individuell über die Beitragshöhe.

Das bietet für Versicherte bei einem Wechsel der Krankenkasse viel Einsparpotenzial. Oft lassen sich auf diese Weise sogar einige Hundert Euro im Jahr sparen. Finanztest rechnet vor, dass, wer beispielsweise 3000 Euro brutto im Monat verdient und von einer Krankenkasse mit Zusatzbeitrag von 1,5 Prozent zu einer günstigeren mit nur 0,84 Prozent Zusatzbeitrag wechselt, monatlich 9,90 Euro spart. Im Jahr müssten dann insgesamt 119 Euro weniger gezahlt werden. Bei noch höheren Einkommen steigt das Einsparpotenzial, wobei Krankenkassenbeiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig werden. Diese beträgt im neuen Jahr 4837,50 Euro monatlich. Wechseln solche Gutverdiener die Kasse, lassen sich bei den genannten Werten sogar fast 200 Euro jährlich sparen.

Wechsel der Krankenkasse seit 2021 deutlich vereinfacht

Gut auch, dass alle Kassen frei wählbar sind. Und zwar auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist. Vorausgesetzt, die Kasse ist im Bundesland des Versicherten auch verfügbar. Gleichzeitig wurde der Wechsel der Krankenkasse bereits ab 2021 deutlich vereinfacht: Theoretisch können Versicherte seitdem, ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung, jedes Jahr zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Wer zum Beispiel zum Ende Januar kündigt, ist am 1. April in einer neuen Kasse.

Erhöht die Kasse den Zusatzbeitrag, besteht nach wie vor ein Sonderkündigungsrecht zum Ende des Monats, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird. Wird regulär gekündigt, ist diese zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam. Seit Januar 2021 ist man auch in allen anderen Fällen nicht mehr wie bisher 18 Monate, sondern nur noch 12 Monate an seine Versicherung gebunden, kann also theoretisch jedes Jahr wechseln. Zudem wird der Wechsel künftig deutlich einfacher: Man meldet sich einfach online bei der neuen Kasse an und gibt dem neuen Arbeitgeber Bescheid, dass man die Kasse wechseln möchte.

Den Vertrag bei der alten Krankenkasse muss man dafür grundsätzlich nicht kündigen: Das übernimmt die neue Kasse im elektronischen Verfahren. Eine Versicherungslücke ist beim Wechsel übrigens ausgeschlossen.

Abgesehen davon zeigt die Auswertung von Finanztest: Es gibt nach wie vor besonders preisgüns­tige Krankenkassen, auch wenn fast alle die finalen Beiträge für 2022 bis Jahresende noch vom jeweiligen Aufsichts- und Verwaltungsrat bestätigen lassen müssen.

Nachfolgende Krankenkassen liegen unter 1,3 Prozent Zusatzbeitrag

  • Bertelsmann BKK 1,20 Prozent
  • BKK Dürkopp-Adler 1,20 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Exklusiv 1,29 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Faber-Castell 0,65 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Firmus 0,84 Prozent
  • BKK Pfaff 0,4 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK SBH 0,98 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Scheufelen 1,1 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Textilgruppe Hof 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • HKK 0,69 Prozent
  • Mobil Krankenkasse 1,29
  • MHplus BKK 1,28 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Techniker Krankenkasse 1,2 Prozent
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Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist voraussichtlich die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 15,29 Prozent.

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Bei einem Wechsel zu einer günstigen Krankenkasse ist zu beachten, dass dann etwas mehr Einkommen zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt so dann auch der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet.

Quelle: ntv.de, awi

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