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Wegen der Corona-Krise Eltern bekommen mehr Kinderkrankentage

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Die Zahl der Kinderkrankentage wird erhöht.

(Foto: imago/blickwinkel)

Ist das Kind krank, sind Eltern in Sorge. Sind sie berufstätig, wird die Situation noch schwieriger. Doch nun gibt es eine Erleichterung. Gesetzlich Versicherten stehen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mehr Krankentage zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung.

Wenn das Kind krank ist, dürfen Eltern zu Hause bleiben. Nach Paragraf 616 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) bekommen zumindest gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte auch dann weiter Geld, wenn sie für eine nicht erhebliche Zeit aus persönlichen Gründen ihrer Tätigkeit ohne eigenes Verschulden nicht nachgehen können.

Gesetzlich versicherten Arbeitnehmern stehen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nun mehr sogenannte bezahlte Krankentage zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung. Elternpaaren soll auf diese Weise das Kinderkrankengeld für jeweils fünf weitere Tage gewährt werden. Alleinerziehende bekommen zusätzliche zehn Tage bezahlt, während denen sie sich um ihren maladen Nachwuchs kümmern können.

Das haben die Spitzen der Großen Koalition am Dienstag beschlossen. "Angesichts der Corona-Pandemie kann der bestehende Anspruch in manchen Fällen nicht ausreichen", heißt es im Beschluss.

Wenn der Chef nicht zahlt, springt die Krankenkasse ein

Zur Pflege eines erkrankten Kindes stehen Eltern in der Regel pro Jahr 10 freie Arbeitstage zu. Bei Alleinerziehenden sind es bis zu 20 Tage. Das gilt für alle Kinder unter zwölf Jahren. Ab diesem Alter müssen Eltern im Zweifelsfall damit rechnen, dass sie kein Gehalt bekommen, wenn sie zur Betreuung ihres kranken Kindes zu Hause bleiben. Auch das Kinderkrankengeld als Leistung der Krankenversicherung gibt es laut Sozialgesetzbuch nur für Eltern von Kindern bis 12 Jahre, die zur Betreuung und Pflege der Arbeit fernbleiben müssen.

Grundsätzlich gilt, dass ein Arbeitnehmer, wenn er für eine nicht erhebliche Zeit aus persönlichen Gründen seiner Tätigkeit nicht nachgehen kann, sein Gehalt weiter voll bezahlt bekommt. Als nicht erhebliche Zeit gilt in der Regel ein Zeitraum von höchstens fünf Tagen. Eine Obergrenze, wie viele Tage es im ganzen Jahr sein dürfen, gibt es in diesem Fall nicht. Allerdings kann im jeweiligen Arbeits- oder im Tarifvertrag etwas anderes als die Regelung aus dem BGB festgelegt sein. So ist es durchaus üblich, dass in einem Arbeitsvertrag die Bezahlung solcher Tage ganz ausgeschlossen ist.

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Dann greift allerdings das Sozialgesetzbuch (Fünftes Buch, Paragraf 45), und man bekommt statt seines Gehalts Krankengeld. Zumindest wenn es keine anderweitige Betreuungsmöglichkeit gibt - etwa durch den anderen Elternteil oder die Großeltern. Voraussetzung ist ein Attest vom Kinderarzt, das man seinem Arbeitgeber in der Regel am ersten Tag vorlegen muss. Die Zahlung beträgt hier allerdings nur 70 Prozent des Bruttoeinkommens und maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens. Verzichtet man auf die Bezahlung, gelten die oben genannten zeitlichen Begrenzungen nicht. Wenn beide Elternteile oder ein Elternteil und das Kind/die Kinder privat krankenversichert sind, erhalten sie kein Kinderkrankengeld.

Was man grundsätzlich zu "Kinderkrankentagen" wissen muss, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, awi