Ratgeber

In der Wanne mit Öko-Test Erkältungsbäder helfen meist nicht weiter

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Ungeachtet des Testergebnisses empfinden viele ein Erkältungsbad als wohltuend.

(Foto: imago images/ingimage)

In der nasskalten Jahreszeit haben Erkältungsviren Hochkonjunktur. Bei den ersten Symptomen einer Erkrankung schwören viele auf ein heißes Bad mit ätherischen Ölen als Gegenmittel. Doch mal abgesehen vom Wohlfühleffekt hält Öko-Test nicht allzu viel von den Badezusätzen.

Jetzt ist wieder die Zeit der Erkältungsviren gekommen. Denn bei nasskalter Witterung und gleichzeitig überheizten und schlecht gelüfteten Räumen ist oftmals die Immunabwehr geschwächt, noch dazu vermehren sich entsprechenden Viren bei kühlen Temperaturen besser. Experten unterscheiden über 100 Typen von ihnen. 

Gute Ratschläge, die Unbill einer Erkältung fernzuhalten, gibt es viele. Und viele taugen nichts. Über kurz oder lang erwischt es dann nahezu jeden in der Herbst- und Wintersaison. Treten die ersten Symptome auf wie ein Kratzen im Hals oder Kopf- und Gliederschmerzen, führt für viele der direkte Weg in die heiße Badewanne mit einem Zusatz aus ätherischen Ölen.

Genau 20 solcher Erkältungsbäder hat sich Öko-Test genauer angeschaut, darunter 13 Arzneimittel und 7 Kosmetikprodukte. Ergebnis? 11 von 20 Erkältungsbädern fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Die Tester raten von deren Verwendung ab. Denn die Belege zu Wirksamkeit und versprochenen Effekten sind aus Sicht des von Öko-Test betrauten Gutachters nicht ausreichend. So wohltuend die Arzneibäder auch sein mögen, die Datenlage ist ausgesprochen dünn.

Teilweise starke Allergene enthalten

Zudem werden auf breiter Front die Inhaltsstoffe bemängelt. So kann der oftmals verwendete Kampfer gravierende Nebenwirkungen haben; bei äußerer Anwendung kann es zu Hautekzemen kommen. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern besteht durch die orale Aufnahme Vergiftungsgefahr und das Risiko von Krampfanfällen oder eines Atemstillstands.

In manchen Produkten enthaltene Polyethylenglykole und chemisch verwandte Stoffe (PEG) können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Ein weiteres Problem stellt das in Nadelholzölen wie Fichtennadel-, Kiefernnadel- oder Latschenkiefernöl enthaltene Delta-3-Caren dar. Dabei handelt es sich zwar um einen natürlichen Bestandteil der Öle, nichtsdestotrotz gilt dieser als starkes Allergen. Aber auch die Verwendung des Duftstoffes Lilial ("Li-iL Erkältungs-Arzneibad Thymian") wird von Öko-Test bemängelt, denn Lilial steht im begründetem Verdacht, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen.  

Nicht besser als "befriedigend"

Vor allem aber wegen fehlenden Belege zur Wirksamkeit der Produkte schafft es kein Erkältungsbad über ein "befriedigend" hinaus. Immerhin kann mit dieser Bewertung unter anderem das "Altapharma Arzneibad Eucalyptus" von Rossmann, das "Doc Morris Arzneibad Eucalyptus" von Rewe, das "Mivolis Arzneibad Eukalyptus" von Dm oder das St. Andreas Arzneibad Eucalyptus von Norma genannt werden.

Mit "ungenügend" bedacht wurden wegen der zum Teil oben angeführten Mängel unter anderem das "Li-il ErkältungsArzneibad Thymian", das "Stas Erkältungsbad", das "Tetesept Erkältungsbad" und das "Ätheria Revitalisierendes Gesundheitsbad 5".  

Ungeachtet dessen geben die Tester zu beachten, dass bei Fieber, unklaren Hauterkrankungen, hohem Blutdruck, Herzinsuffizienz oder Schwangerschaft ärztlicher Rat eingeholt werden sollte, bevor es mit einem Erkältungsbadezusatz in die Wanne geht. Ganz tabu sind die Bäder für Kinder unter zwei Jahren oder Asthmatiker. 

Quelle: n-tv.de, awi

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