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Rendite von über 3 bis 4 Prozent Bei Solarstrom geht was

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Mit neuen Anlagen ist die Produktion von Solarstrom weiterhin rentabel.

(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)

Strom mit Sonnenenergie selbst zu erzeugen, klingt nach einer ziemlich guten Idee. In den vergangenen Jahren wurden die Förderungen allerdings zurückgefahren. Gesunkene Preise bei den Anlagen machen Solarstrom aber weiterhin rentabel, wie Finanztest weiß.

Wer via Photovoltaikanlage sein eigener Energieversorger ist und die Kraft der Sonne zur Stromproduktion nutzt, tut nicht nur etwas für die eigene Öko-Bilanz, sondern kann damit auch Geld sparen. Mit der Einspeisung ins Netz allein ist ein kostendeckender Betrieb allerdings nicht mehr möglich. Zwar erhält, wer seinen nichtverbrauchten Solarstrom ins Netz einspeist, eine sogenannte Einspeisevergütung vom Energieversorger, welche über 20 Jahre zu einem gleichbleibenden Satz erfolgt. In den letzten Jahren sank dieser Zuschuss allerdings konstant. Derzeit sind es nicht einmal 7 Cent pro Kilowatt­stunde - 30 Prozent weniger als noch vor zwei Jahren.

Dafür wird der Eigenverbrauch immer attraktiver, insbesondere nach den drastischen Strompreiserhöhungen zu Jahresbeginn. Solar­strom, den Eigentümer im Haushalt zum Waschen, Kochen oder zum Laden ihres E-Autos nutzen, müssen sie nicht teuer beim Energieversorger kaufen. Vielen Haus­besitzern dürfte deshalb mehr Unabhängig­keit vom Energieversorger gerade recht sein. So können Strom­kosten von derzeit mehr als 30 Cent pro Kilowatt­stunde (kWh) gespart werden. Und mit jeder Strom­preis­erhöhung wird die Ersparnis größer.

Produktion von Solar­strom immer rent­abler

Finanztest-Berechnungen zeigen: Mit einem Solarkraftwerk auf dem Dach lässt sich auch unter den aktuellen Bedingungen Geld verdienen. Eine Rendite von über 3 bis 4 Prozent ist langfristig selbst bei vorsichtiger Kalkulation drin.

Doch abgesehen davon sind die Preise für Solar­strom­anlagen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das macht die Produktion von Solar­strom immer rent­abler. Vor allem dann, wenn ein möglichst hoher Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht wird, wie neueste Berechnungen von Finanztest zeigen. Demnach haben für Einfamilienhäuser typische Dachanlagen eine Spitzenleistung von 5 bis 10 Kilowatt (kW). Pro kW Leistung kostet die Anschaffung derzeit ohne Mehrwertsteuer etwa 1200 bis 1700 Euro - manchmal auch mehr. Je nach geeigneter Dachfläche und gewünschter Anlagengröße müssen Hauseigentümer grob gerechnet mit Anschaffungskosten von 8000 bis 18.000 Euro rechnen. Dabei gilt die Regel: Je kleiner die Anlage, desto höher der Kilowatt-Preis. Die Solarmodule machen nur noch etwa 40 Prozent am Preis einer Anlage aus.

Auch Speicher für Solarstrom kann lohnen

Dazu kommen laufende Kosten für Versicherung, Wartung und eventuelle Reparaturen von etwa 150 bis 200 Euro im Jahr. Die beim Kauf der Anlage anfallende Mehr­wert­steuer spielt dagegen keine Rolle, weil sie vom Finanz­amt erstattet wird.

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Und auch Anlagen mit ergänzendem Batteriespeicher können demnach wirtschaftlich sein. Die Akkus speichern den tagsüber nicht benötigten Solarstrom und geben ihn abends wieder ab, wenn er gebraucht wird. Je nach Anlagengröße, Stromverbrauch und Speicherkapazität lässt sich der Eigenverbrauchsanteil bis auf 50 Prozent und mehr steigern. Lange Zeit waren Speicher so teuer, dass es für die meisten Privathaushalte unwirtschaftlich war, einen anzuschaffen. Doch die Preise sind in den letzten Jahren deutlich um gesunken, was deren Rentabilität erhöht.

Fazit von Finanztest: Photovoltaikanlagen bringen weniger Rendite als noch vor einem Jahr, sie können sich aber trotzdem noch lohnen. Dafür müssen Solarfans mehr denn je auf den Preis achten: Ist die Anlage zu teuer, können die Renditeträume schnell platzen.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 15. Februar 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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