Ratgeber

Flexible Baufinanzierungen Diese Baukredite passen sich Ihrem Leben an

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Steigende Zinsen sind aus Sicht der Kaufinteressenten unerfreulich.

(Foto: imago/Ikon Images)

Günstige Zinsen sind und bleiben wichtig. Dennoch sollten Immobilienkäufer ihre Finanzierung nicht nur nach diesem Kriterium auswählen. Warum Flexibilität wichtiger ist, denn je - und welche Banken die besten anpassungsfähigen Kredite bieten, zeigt eine Untersuchung der FMH-Finanzberatung.

Noch vor einem Jahr blieb Immobilienkäufern oft wenig Zeit, um Finanzierungsangebote zu vergleichen. Wer nicht riskieren wollte, dass das Haus an einen anderen Interessenten ging, der musste den Darlehensvertrag schnell unterschreiben.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Allerdings ist der Hintergrund, nämlich steigende Zinsen, aus Sicht der Kaufinteressenten unerfreulich. Immerhin aber bewirkt die Entwicklung, dass die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen etwas nachlässt und Käufer wieder eine wohlüberlegte Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Finanzierungspartner treffen können.

Die Höhe des Zinssatzes spielt dabei meist die größte Rolle. Das ist einerseits nachvollziehbar, denn schon ein Zehntelprozentpunkt mehr oder weniger macht auf die gesamte Laufzeit des Darlehens einen gewaltigen Kostenunterschied. Andererseits sollten Interessenten aber auch einen weiteren wichtigen Punkt bedenken, empfiehlt FMH, nämlich die Flexibilität des gewählten Darlehens.

Wenn die vergangenen Monate und Jahre eines gezeigt haben, dann, wie schnell sich die wirtschaftlichen und persönlichen Rahmenbedingungen von Grund auf ändern können. Ein gutes Baudarlehen muss daher nicht nur günstig sein, sondern sich an die Lebensumstände der Kreditnehmer anpassen lassen.

Wer bietet die größtmögliche Flexibilität?

Im Auftrag von ntv hat die FMH-Finanzberatung ermittelt, welche Banken in diesem Segment optimale Bedingungen bieten. Dabei betrachteten die Frankfurter Experten nicht nur die Bereitstellungszinsen, sondern auch die Möglichkeit, Sondertilgungen vorzunehmen und die Tilgungshöhe zu verändern. Warum gerade der letzte Punkt so wichtig ist, zeigt das folgende Beispiel.

Eine Familie hat vor zwei Jahren ihr Eigenheim finanziert. Angesichts der damals günstigen Zinsen wurde eine Tilgungsquote von vier Prozent pro Jahr vereinbart. Die Summe von 1.300 Euro für 350.000 Euro Darlehen ließ sich damals noch gut stemmen. Leider hat die Energiekrise mittlerweile dazu geführt, dass besagte Familie die dreifachen Wohnnebenkosten bestreiten muss. Da ist es sehr entlastend, wenn der Darlehensvertrag eine Reduktion der Tilgungsquote auf zwei oder sogar ein Prozent erlaubt. Jedes Prozent Tilgungssatz bedeutet in diesem Beispiel monatlich knapp 300 Euro weniger Finanzierungskosten. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass sich die Finanzierung nach dem Leben richtet - und nicht das Leben nach der Finanzierung, so FMH.

Warum die Risiko-Vorsorge Vorrang hat

Wichtig ist es zunächst, für den schlimmsten Fall vorzusorgen - einen finanziellen Engpass. Deshalb ist die Möglichkeit zur Senkung der Tilgungsquote auch die wichtigere Option als deren Erhöhung. Denn eine schnellere Rückzahlung können Kunden ohne Probleme auch über Sondertilgungen hinbekommen. Fehlt hingegen das nötige Geld, um die bisherige Rate zu schultern, ist die Möglichkeit zur Reduzierung elementar, auch wenn sich dadurch Finanzierungsdauer und Gesamtkosten erhöhen.

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Erfreulich: Viele Banken erlauben es inzwischen sogar, die Tilgungsquote während der Zinsbindung mehrfach zu verändern. In der Regel sind zwei bis drei Anpassungen möglich. Einige Anbieter gestatten sogar noch mehr, verlangen dann allerdings Geld für diesen Service - sei es in Form einer Einmalzahlung oder per Zinsaufschlag.

Die FMH hält die Einmalzahlung von bis zu 250 Euro für die bessere Lösung, weil der Betrag nur fällig wird, wenn der Kunde die Möglichkeit zur Anpassung tatsächlich nutzt. Den Zinsaufschlag hingegen zahlen Käufer in jedem Fall - und müssen dafür insgesamt deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Fünf Banken sind "sehr gut"

Um die besten Anbieter für flexible Baudarlehen zu ermitteln, vergab die FMH bei ihrer aktuellen Bewertung jeweils 50 Prozent der Punkte für die Möglichkeit zur Tilgungsveränderung, die restlichen 50 Prozent verteilten sich auf Bereitstellungszinsen und Sondertilgungsoption.

Das Ergebnis: Sieger bei den bundesweiten Anbietern sind die Signal Iduna, die DEVK-Versicherung und die 1822direkt. Bei den regionalen Banken glänzen die Sparda-Bank Südwest und die kleine PSD Bank Koblenz, die es sogar schafft, die mit "gut" bewertete Sparda-Bank Hannover hinter sich zu lassen.

Die besten Bauzinsen inkl. flexiblen Bedingungen finden Sie im ntv-Baugeldvergleich.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 28. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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