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Lohnende gesetzliche Rente? Mit freiwilligen Beiträgen Rente aufbessern

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Freiwillige Beiträge können helfen, die Rentenkürzungen zu kompensieren - oder überhaupt einen Anspruch zu haben.

Freiwillige Rentenbeiträge kann man auch nachträglich leisten. Für das Jahr 2021 ist das noch bis zum 31. März möglich. Für wen kommt die Einzahlung in die Rentenkasse infrage und was ist dabei zu beachten? Finanztest weiß Bescheid.

Angesichts dürftiger sicherer Alternativen ist eine nicht kapitalmarktgedeckte Altersvorsorge wieder gefragt. Denn diverse wirtschaftliche Krisen und daraus resultierende Niedrig- bis Nullzinsen haben den Glauben an die Gemeinschaft wieder gestärkt. Insofern können auch freiwillige Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenkasse interessant sein. Denn fast 57 Millionen Versicherte und gut 21 Millionen Rentner zeigen: Die gesetzliche Renten­versicherung ist das unangefochtene Rück­grat der Alters­sicherung hierzulande.

Wer in Deutschland wohnt, hier nicht versicherungspflichtig ist und keine volle Altersrente bezieht, kann sich ab Vollendung des 16. Lebensjahres freiwillig versichern. Dies gilt auch für Deutsche, die im Ausland wohnen.

Auch in diesem Jahr besteht noch bis zum 31. März die Möglichkeit, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung rückwirkend für 2021 zu zahlen, wie Finanztest mitteilt. Bei einer nachträglichen Zahlung für das Jahr 2021 kann die Beitragshöhe zwischen dem Mindestbeitrag von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag von 1311,70 Euro monatlich gewählt werden. Einzahlende überweisen für einen Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto 7235,59 Euro.

Für rund 1000 Euro gibt's knapp 5 Euro monatlich

Ein Punkt entspricht derzeit einer Monatsrente von 34,19 Euro. 2021 waren es 7726,63 Euro. Fast 500 Euro mehr. Die günstigen Bedingungen 2022 sind vor allem der zuvor schwachen Lohnentwicklung geschuldet. In der Regel steigt der Wert eines Entgeltpunkts jedes Jahr. Damit werden höhere Einzahlungen fällig. Für freiwil­lige Beiträge in Höhe von 1004,40 Euro im Jahr 2022 schreibt die Rentenkasse derzeit Ansprüche von 4,75 Euro monatlich brutto gut.

Bedenken müssen Vorsorgesparende aber, dass im Ruhestand auf die Rente Steuern anfallen, wenn auch meist deutlich weniger. Dazu kommen bei vielen Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung von rund 11 Prozent.

Vor allem für jene, die nicht gesetzlich rentenversichert sind oder mit den Zusatzbeiträgen eine für den Rentenanspruch nötige Wartezeit von fünf Jahren Versicherungszeit nicht erfüllen möchten, sind freiwillige Beiträge sinnvoll.

Besonders Mütter und Väter, die nie in die Rentenkasse eingezahlt und sich stattdessen der Kindererziehung gewidmet haben, profitieren. Sie bekommen pro Kind, das ab 1992 geboren wurde, drei Jahre Kindererziehungszeit gutgeschrieben. Müttern und Vätern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, werden seit 2014 zwei Jahre fiktive Beitragszahlung angerechnet - bisher war es nur ein Jahr. Doch das ist zumindest bei einem Kind nicht ausreichend, um in den Genuss einer gesetzlichen Rente zu kommen. Hier kann die Zahlung von freiwilligen Beiträgen den Rentenanspruch sichern.

Rentenkürzung ausgleichen

Auch Freiberufler und Beamte können sich auf diesem Weg ihre gesetzliche Rente sichern und ebenfalls die Höhe ihres monatlichen Beitrages in den genannten Grenzen frei wählen. Im Falle von Beamten schmälert die so erworbene gesetzliche Rente nicht die Höhe der Pension. Aber auch Arbeitnehmer, die pflichtversichert sind und vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten, können durch die Zahlung von freiwilligen Beiträgen eine Rentenkürzung kompensieren. Die Beiträge sind zudem von der Steuer absetzbar.

Der Ausgleichsbetrag kann über die Jahre bis zum 63. Lebensjahr gestreckt werden. Solche Teilzahlungen sind nicht nur leichter zu schultern, sondern auch steuerlich sinnvoll. Denn die Beiträge können jedes Jahr ganz oder zumindest teilweise im Rahmen der Altersvorsorgeaufwendungen bei der Steuer abgesetzt werden. Auch lässt sich durch die Zahlung der Versicherungsschutz für eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung aufrechterhalten. Entgeltpunkte, welche durch die verkürzte Arbeitsdauer fehlen, lassen sich aber nicht ausgleichen.

Zuverlässig, aber unflexibel

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Der Vorteil der gesetzlichen Rentenversicherung ist, dass man jeden Monat einen bestimmten Betrag überwiesen bekommt - unabhängig davon, welches Alter man erreicht. Wer aber eine größere Summe auf einen Schlag entnehmen möchte - etwa für einen größeren Urlaub, ein neues Auto oder Geschenke -, oder sein Vermögen gezielt vererben will, muss sein Geld flexibler verwalten. Zudem hängt auch die Rendite der gesetzlichen Rente immer davon ab, wie lange Versicherte sie beziehen. Wer aufgrund einer Krankheit nicht damit rechnet, alt zu werden, sollte dies auch in seine Über­legungen mit einbeziehen, gibt Finanztest zu bedenken.

Um wie viele Euro die freiwilligen Zahlungen die gesetzliche Rente erhöhen, lässt sich bei dem neuen Rechner der Stiftung Warentest hier ermitteln. Auch die Deutsche Rentenversicherung steht für Auskünfte, Beratung und Prognosen zur Verfügung.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 15. Februar 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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