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Nächtlicher Schaukel-Spaß Führen laute Sex-Spiele zur Kündigung?

"Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen". Dieser Empfehlung ist ein Mieter gefolgt und hat sich zum Missfallen anderer Bewohner sexuell in einer Schaukel vergnügt. Die daraus resultierende Kündigung wurde vor Gericht verhandelt.

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(Foto: imago stock&people)

Wer nachts über eine längere Zeit quietschende Geräusche in seiner Wohnung verursacht, muss mit einer Kündigung rechnen. Dieses Verhalten sei nicht sozialadäquat, entschied das Amtsgericht München (Az.: 417 C 17705/13).

In dem verhandelten Fall bewohnte ein Mieter ein Appartement in München. Im Mietvertrag wurde vereinbart, dass die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 7 Uhr nicht gestört werden darf. Ungeachtet dessen hatte der in der Wohnung ein Schaukelgestell mit Ketten aufgestellt. Durch die nächtliche Nutzung der Schaukel kam es immer wieder zur Ruhestörung mehrerer Nachbarn.

Diese wurden drei bis vier Mal pro Woche über mehrere Stunden hinweg im Zeitraum zwischen 22 Uhr und 3 Uhr durch häufige und laute Geräusche aus der Wohnung des Mannes gestört. Dabei handelte es sich um quietschenden Lärm und Lärm durch Fallenlassen und Schieben von Gegenständen. Daraufhin wurde der Mieter zweimal von der Vermieterin wegen Nichteinhaltung der Nachtruhe abgemahnt und ihm die Kündigung angedroht. Da dieser seine nächtlichen Verhaltensweisen nicht änderte, wurde ihm die Wohnung gekündigt. Da der Mieter sich aber weigerte, auszuziehen, verklagte ihn die Vermieterin auf Räumung der Wohnung.

Die Vermieterin behauptete, der Mieter habe im Zeitraum zwischen 22 Uhr und 3 Uhr häufig starke Lärmbelästigungen durch sexuelle Praktiken mit anderen Männern verursacht. Dabei handelte es sich vor allem um sexuelle, sportliche und quietschende Geräusche. Auch das andauernde Lachen und Sprechen und ein permanentes Kommen und Gehen von Menschen, Türklingeln und Duschen zu nachtschlafender Zeit sei von den Nachbarn beklagt worden.

Die Vermieterin hatte mit ihrer Klage Erfolg. Nach Auffassung des Amtsgerichts ist die ausgesprochene ordentliche Kündigung wirksam. Demnach hat der Mieter seine vertraglichen Pflichten aus dem Mietvertrag erheblich verletzt. Das AG geht davon aus, dass die Benutzung der Schaukel jedenfalls einen Teil dieser Geräusche verursacht hat. Die von der Wohnung des Mieters ausgehenden Geräusche in der Nacht würden nicht mehr dem normalen Mietgebrauch entsprechen und müssten deshalb von anderen Mietern und der Vermieterin nicht als sozialadäquat hingenommen werden.

Quelle: n-tv.de, awi

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