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Neue Typklassen Kfz-Versicherung Für wen das Autofahren jetzt teurer wird

Kfz-Versicherung

Während in der KFZ-Haftpflichtversicherung die Leistungen für geschädigte Unfallgegner maßgeblich sind, spielt in der Kaskoversicherung unter anderem der Wert des versicherten Autos eine Rolle.

(Foto: dpa)

Muss für die Autoversicherung im Jahr 2023 mehr bezahlt werden? Oder wird sie sogar billiger? Für die Beiträge spielen die jährlich neu berechneten Typklassen eine wichtige Rolle. Welche Modelle davon besonders betroffen sind, lesen Sie hier. 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die jährliche Neuberechnung der Typklassen veröffentlicht. Das hat Auswirkungen auf die Höhe der KFZ-Versicherung. Die aktuellen Neueinstufungen werden zum 1. Januar 2023 wirksam. Grundlage für die Typklasseneinstufung ist die Schadenbilanz der letzten drei Jahre. Fahrzeugtypen, die häufig in Unfälle verwickelt sind und hohe Reparaturkosten verursachen, werden besonders hoch eingestuft.

Die Typklassenstatistik bildet die Schadenbilanzen aller knapp 32.000 in Deutschland zugelassenen Automodelle ab. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), für die Einstufung des Modells sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. In der Vollkaskoversicherung unterscheiden die Statistiker des GDV 25 Typklassen (10-34). Was ändert sich dort?

Große Sprünge sind die Ausnahme

"Für rund 8,1 Millionen Autofahrer gelten in der KFZ-Haftpflichtversicherung künftig höhere Einstufungen, während rund 4,8 Millionen von besseren Typklassen profitieren", sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Für 70 Prozent beziehungsweise rund 29,3 Millionen Autofahrer bleibt es bei der Typklasse des Vorjahres. "Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten", sagt Asmussen. So verbessert sich etwa der Škoda Kamiq 1.5 TSI (Typ NW, seit 2019) gleich um drei Klassen, der Audi Q7 3.0 TDI (Typ 4L, seit 2015) verschlechtert sich um zwei Typklassen.

Während in der KFZ-Haftpflichtversicherung die Leistungen für geschädigte Unfallgegner maßgeblich sind, spielt in der Kaskoversicherung unter anderem der Wert des versicherten Autos eine Rolle. Daher haben viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUV wie etwa der Mercedes S 350 CDI (Typ 221, seit 2013) und der Hyundai Santa Fe 2.2 CRDI ALLRAD (Typ TM, seit 2018) hohe Typklassen, ältere Modelle und Kleinwagen wie der Citroën C3 Picasso 1.4 (Typ SH, 2008-2012) oder der Seat Mii Electric (Typ AA, 2019-2021) eher niedrige Klassen.

Sonderkündigungsrecht bei Erhöhung des Beitrags

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Auch das Vergleichsportal Verivox hat einen Blick auf die neuen Typklassen geworfen und stellt fest, dass die KFZ-Versicherung für einen Toyota Yaris um bis zu 37 Prozent teurer wird. Der GDV hat den Kleinwagen hier fünf Klassen hochgestuft. In der Modellrechnung für einen Alleinfahrer führt das zu Mehrkosten von bis zu 146 Euro im Jahr. Auf Ersparnisse dürfen sich hingegen Fahrer eines Mazda CX-5 freuen: Sie werden in der Vollkasko-Versicherung um rund 308 Euro (20 Prozent) entlastet. Die Vollkaskoprämie für einen Ford Edge reduziert sich ebenso um ein Fünftel. Das führt zu Ersparnissen in Höhe von rund 280 Euro.

Erhöht sich durch die Neueinstufung der Beitrag zur KFZ-Versicherung, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Auf der Seite des GDV ist eine individuelle Abfrage der Typklasse von mehr als 30.000 Fahrzeugen möglich.

Quelle: ntv.de, awi

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