Ratgeber

Es geht auch kostenlos Girokonto: Zeit für einen Wechsel

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Verschlechtern sich die Konditionen für Kunden, sollte das Konto gewechselt werden.

(Foto: imago/McPHOTO)

Was tun im Lockdown, wenn die Arbeit im Homeoffice erledigt, die Fenster geputzt und die Schränke ausgemistet sind? Wir hätten da eine Idee, die auf die Schnelle ein paar hundert Euro einbringen kann.

Noch ist nicht klar, wie sich die Banken künftig verhalten werden. Wird es beim aktuellen Kurs bleiben, der das kostenlose private Girokonto langsam, aber sicher aussterben lässt? Oder werden die Institute sich ein Beispiel an den wenigen Geldhäusern nehmen, die sich in der jüngeren Vergangenheit gegen diesen Trend stemmten?

Laut der FMH-Girokontoauswertung gibt es aktuell bundesweit nur noch neun Banken, die ihren Kunden keine Grundgebühr abverlangen und auch die wichtigsten Leistungen (GiroCard, Kreditkarte, Gutschriften, Lastschriften und beleglose Überweisungen) kostenlos anbieten. Bezieht man auch noch die Echtzeitüberweisung als Kriterium in die Betrachtung ein, schmilzt die Zahl der Gratis- Anbieter sogar auf fünf zusammen.

Dennoch - oder gerade deshalb - lohnt es sich, die Konditionen der eigenen Bank kritisch zu betrachten und, wo immer möglich, zu einem besseren und günstigeren Anbieter zu wechseln.

Was gute Konten können müssen - und was sie kosten

ntv hat daher die FMH-Finanzberatung beauftragt, herauszufinden, welche Girokonten derzeit die Prädikate sehr gut, gut oder Durchschnitt verdienen. Dabei haben die Frankfurter Experten insgesamt zehn Kriterien berücksichtigt - von einem vorgeschriebenen Mindestgeldeingang bis zu der Frage, ob die gestellte Kreditkarte als klassische Kredit- oder als Debitkarte ausgestaltet ist.

Die zweite Variante wurde in der Auswertung etwas schlechter bewertet: Erstens, weil das Konto des Kunden hier sofort belastet wird und nicht wie bei einer normalen Kreditkarte am Monatsende. Zweitens, weil die Debitkarte aus eben diesem Grund oft nicht als Sicherheit akzeptiert wird, wenn ein Kunde einen Mietwagen reservieren oder in einem Hotel einchecken will.

Bewegung in beide Richtungen

Die Spitzenplätze belegen, wie schon in früheren Vergleichen, die Direktbanken, auch wenn einige von ihnen inzwischen einen Mindestgeldeingang verlangen. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel die ING, die ab Mai 700 Euro Mindestgeldeingang auf dem Girokonto verlangt, wenn dieses kostenfrei geführt werden soll. Die DKB hat diese Schwelle schon länger eingeführt.

Immerhin: Wer die Bedingung bei der DKB erfüllt, darf weiterhin weltweit mit seiner Kreditkarte bezahlen, ohne dass eine Auslandseinsatzgebühr verlangt wird. Für alle, die nach der Corona-Krise wieder viel unterwegs sein werden, ist das ein echtes Plus. Dennoch hat die FMH die Auslandseinsatzgebühr für das aktuelle Ranking nicht berücksichtigt, da es wohl noch länger mehr oder minder intensive Reisebeschränkungen geben wird.

Doch nicht nur die Direktbanken punkten: Auch das bereits angesprochene neue Angebot der HypoVereinsbank kann sich sehen lassen. Seit April bietet sie das sogenannte PlusKonto an und garantiert, dass die derzeitigen Bedingungen in den kommenden fünf Jahren erhalten bleiben. Zugegeben: Es könnte sein, dass die Bank die Aktion irgendwann wieder einstellt. Aber wer sein Konto jetzt dort eröffnet, hat und behält eine Garantie für ein halbes Jahrzehnt.

Hausbanken verabschieden sich vom Gratis-Konto

Ein eindeutiges Bild ergibt das Ranking mit Blick auf die regional tätigen Banken: Für sie spielen kostenlose Girokonten (derzeit) keine Rolle mehr. Zwar gibt es auch in diesem Segment noch einige Anbieter, die ohne monatliche Kontoführungsgebühr operieren. Doch diese vermeintlich gebührenfreien Konten sind trotzdem nicht kostenlos, da die Banken Entgelte für die Kreditkarte verlangen und Kunden - wenn überhaupt - nur im eigenen Geldautomatenverbund ihrer Bank ohne Extrakosten Geld abheben können.

Fazit: Wer die aktuelle Krise für einen umfassenden Kontovergleich mit anschließendem Wechsel nutzt, kann sich oft die gleichen oder gar besseren Leistungen sichern und dabei auch noch 100 Euro und mehr sparen.

Quelle: ntv.de