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Öko-Test kokelt Grillkohle im Test - dreimal "mangelhaft"

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Schwerpunkt der Untersuchung war, aus welchem Holz das Brennmaterial gewonnen wird.

(Foto: imago images/Shotshop)

Mit Holzkohle wird hierzulande besonders gern der Grill angefacht. Die riecht zwar gut, ist aber nicht gut für die Umwelt. Mitunter stammt das Material zudem aus fragwürdigen Quellen. Zum Beispiel aus Tropenholz. Öko-Test verrät bessere Alternativen.

Jetzt, wo es schön warm ist, wird der Grill angeworfen. Gefeiert wird der Sommer dann gerne mit einem kleinen Feuerchen im Holzkohle-Grill. Denn diese Variante liegt bei deutschen Brutzlern weiterhin vor dem Gasgrill. Öko-Test hat sich die Materie angeschaut und geprüft, was der Brennstoff, also unter anderem die Holzkohle so taugt, die hierzulande säckeweise verfeuert wird.

Hierfür wurden acht Grillholzkohlen und zehn Grillbriketts getestet. Geschaut wurde unter anderem, aus welchem Holz das Brennmaterial gewonnen wird. Werden tropische Hölzer verwendet und wenn ja, werden diese nachhaltig gewonnen und sind sie entsprechend zertifiziert? Sind diese Informationen für den Käufer klar ersichtlich? Außerdem wurde noch geklärt, wie gut Kohlen und Briketts brennen, ob es Verunreinigungen gibt und wie lange vorgeglüht werden muss, bis losgelegt werden kann.

Siebenmal "sehr gut"

Das Ursprungsmaterial der Briketts ist größtenteils Holz, zwei sind aus fossiler Kohle und zwei aus alternativen Materialien: Olivenkernen beziehungsweise Kokosnussschalen. Diese Abfallprodukte aus der Landwirtschaft bieten sich als klimaschonende Alternativen an. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sieben Mal vergeben die Tester das Gesamturteil "sehr gut" und drei Mal "gut". Drei Produkte sind jedoch "mangelhaft".

Das Holz für die meisten Produkte im Test stammt aus Osteuropa, zum Teil aus Afrika. Nur die Anbieter Pro Fagus und Nero beziehen ihre Rohstoffe aus Deutschland. Die Nutzung tropischer oder subtropischer Hölzer kann aus Öko-Test-Sicht in Ordnung sein. Nämlich dann, wenn es ökologisch sinnvoll ist, sie zu schlagen.

Bei den Holzkohlen haben die Tester einen klaren Testverlierer ausgemacht. Die "Max Premium Holzkohle Grill & Barbecue" hat ein "mangelhaft" bekommen. Insbesondere die Zusammensetzung des Brennstoffs gab Grund zur Beanstandung. Drei weitere Produkte müssen sich mit einem "ausreichend" zufriedengeben. Auch hier haben Zusammensetzung und Qualität der Kohle nicht überzeugt. Teilweise ist nicht klar, woher die verwendeten Hölzer stammen oder es wurden unzertifizierte Tropenhölzer verarbeitet.

Dreimal "mangelhaft"

Problematisch wird es aber, wenn der Anbieter, auch auf Nachfragen, keine Angaben macht, woher das Holz stammt und das Produkt kein Nachhaltigkeitssiegel trägt. Das ist bei zwei Produkten der Marke Favorit der Fall. Sowohl in der "Favorit Grill Qualitäts-Holzkohle" als auch in den "Favorit Grill Holzkohle-Briketts" hat das beauftragte Labor Holz aus tropischem beziehungsweise subtropischem Klima analysiert. Und auch in den "Weber Briketts" wurde Holz aus tropischem oder subtropischem Klima nachgewiesen. Auf der Verpackung ist ein derartiges Holz aber nicht deklariert. Konsequenterweise erhielten alle drei Produkte ein "mangelhaft".

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Bei den sieben mit "sehr gut" bewerteten Produkten ist die Zusammensetzung und Qualität der Kohle durchgängig sehr gut. Die getesteten Holzkohlen unterscheiden sich geringfügig bei den Grilleigenschaften wie Höchsttemperatur und Vorglühzeit. Mit der Bestnote wurden nachfolgende Ware ausgezeichnet: "BBQ Grill-Holzkohle" von Aldi Süd (2,99 Euro, 3 kg), "Edeka zuhause Grill Holzkohle" (3,29 Euro, 2,5 kg), "Kingstone Premium Charcoal" von Bauhaus (9,99 Euro, 5 kg), "Pro Fagus Der Sommer Hit Premium Buche Grill-Holzkohle" (16,99 Euro, 7 kg), "Nero Bio Grillbrikett, Naturland" von Nero (6,99 Euro, 2,5 kg), "Olio Bric Gourmet-Grill Briketts aus Olivenkernen" von Fruteg (7,99 Euro, 3 kg), "Pro Fagus Grillis Premium Buche Grill-Holzkohlebriketts" (16,99 Euro, 7 kg).

Der vollständige Test ist gratis bei Öko-Test verfügbar.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 23. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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